10. Januar 2011, North Carolina

North Carolina feiert Musiklegende Nina Simone

Wem zu den Blue Ridge Mountains nur „Country Roads“ einfällt, kennt zwar eine musikalische Tradition dieser Gegend, doch der Gebirgszug, der sich durch den Westen des Bundesstaates North Carolina zieht, kann mit einem erstaunlich breiten musikalischen Spektrum aufwarten, das alljährlich im Rahmen großer Musikfestivals zelebriert wird. Ein brandneues mit internationaler Bedeutung kommt im September dazu.

North Carolina ist nicht nur Heimat großer Musiklegenden wie der Soul-Sängerin Roberta Flack, des Country-Sängers Randy Travis und der Jazzmusiker Thelonious Monk und John Coltrane, sondern auch ein Staat, in dem die regionalen Musiktraditionen gepflegt und gefeiert werden. Jüngster Zuwachs zur Reihe der Musikfeste in North Carolina ist das Nina Simone World Music Festival, das im kommenden Herbst zum ersten Mal veranstaltet wird.

Mit dem Nina Simone World Music Festival – kurz „NinaFest“ – in Tryon, der Heimatstadt der Musikerin und Bürgerrechtlerin, nach der es benannt ist, feiert das Eunice Waymon-Nina Simone Memorial Project (NSP) vom 9. bis 11. September 2011 das Erbe dieser bemerkenswerten Künstlerin, die weit über die Grenzen ihres Heimatstaates berühmt wurde. Nach Aussage des NSP-Vorsitzenden Dr. Crys Armbrust soll das Festival die gesamte Bandbreite des beeindruckenden musikalischen Schaffens der Sängerin und Pianistin widerspiegeln und Künstler aus der Region mit Kollegen aus aller Welt zusammenbringen.

Nina Simone wurde 1933 als Eunice Kathleen Waymon in Tryon nahe der Grenze zu South Carolina geboren. Ihr musikalisches Repertoire umspannte Gattungen von Klassik über Gospel und Spiritual, Folk und Blues bis hin zum Jazz, den sie selbst vorzugsweise „Black Classical Music“ bezeichnete. Ihren Künstlernamen leitete sie vom spanischen Wort niña („Mädchen“) und vom Vornamen der gebürtigen Wiesbadenerin Simone Signoret her – sie war zeitlebens ein Bewunderer dieser Schauspielerin und Schriftstellerin. Nina wurde Ende der 1950er Jahre nicht nur in den USA, sondern auch in Europa bekannt. In den sechziger Jahren engagierte sie sich in der Bürgerrechtsbewegung und wurde zu einer ihrer musikalischen Leitfiguren. Ein Werbespot für ein berühmtes Parfüm brachte ihre Version des Songs „My Baby Just Cares for Me“ 1987, drei Jahrzehnte nachdem sie ihn aufgenommen hatte, einem größeren Publikum nahe und machte ihn über Nacht zum Welthit. Musik von Nina Simone war auch auf dem Soundtrack des Films Point of No Return (The Assassin) von 1993 zu hören, dessen Hauptfigur sich nach der Sängerin benannte – daher der deutsche Filmtitel Codename: Nina. Eunice Waymon alias Nina Simone starb 2003 in ihrer Wahlheimat Frankreich, wo sie die letzten Jahre ihres Lebens verbracht hatte. North Carolina Division of Tourism)



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen





Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Beiträge zum Thema: