10. März 2011, Hannover Region

Hannover verzeichnet die besten Übernachtungszahlen seit der Expo

Die niedersächsische Landeshauptstadt verzeichnet 2010 über 1,9 Millionen Übernachtungen, 6,4 Prozent mehr als noch in 2009. Mehr Übernachtungen wurden in Hannover bisher lediglich im Expojahr gezählt. Besonders der Auslandstourismus hat stark zugenommen.

Rekordjahr nach der Expo 2000: Der Tourismus in Hannover war im Jahr 2010 so stark wie schon lange nicht mehr. Mit rund 1,93 Millionen Übernachtungen zwischen Januar und Dezember und 1,11 Millionen Gästeankünften kamen so viele Menschen nach Hannover wie seit der Expo nicht mehr. Im Jahr der Weltausstellung hatte die niedersächsische Landeshauptstadt etwa 2 Millionen Übernachtungen gezählt.

„Das ist ein großer Erfolg für uns. Wenn man das Expojahr herausrechnet, haben wir in diesem Jahr einen absoluten Rekord erreicht. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass wir im April während der HANNOVER MESSE mit der Aschewolke zu kämpfen hatten und 2010 generell ein Jahr mit verhältnismäßig wenigen Messen war, ist dieses Ergebnis sensationell“, sagt Hans Christian Nolte, Geschäftsführer der Hannover Marketing und Tourismus GmbH.

Rund 116.000 Übernachtungsgäste mehr als noch im Vorjahr zählte Hannover in 2010. Beachtlich ist aber auch die langfristige Steigerung der Übernachtungszahlen: So verzeichnete Hannover beispielsweise im Jahr 1999 rund 1,1 Millionen Übernachtungen – elf Jahre später sind es 800.000 mehr. Das bedeutet einen Anstieg von über 70 Prozent.

Der erstarkte Tourismus in der Landeshauptstadt wirkt sich auch auf die hannoversche Wirtschaft positiv aus: Rund 382 Millionen Euro gaben die Übernachtungsgäste in Hannover nach HMTG-Berechnungen aus, die auf einer Studie der dwif-Consulting GmbH basieren. 65 Prozent (248 Millionen Euro) entfielen auf das Gastgewerbe, 20 Prozent (ca. 76 Millionen Euro) auf den Einzelhandel und 15 Prozent (ca. 57 Millionen Euro) auf Dienstleistungen.

Die gestiegenen Übernachtungszahlen spiegeln sich auch in den Absatzzahlen der Erlebnispakete wider, die die HMTG für Veranstaltungen wie den Internationalen Feuerwerkswettbewerb oder das Kleine Fest schnürt. In 2010 konnte die HMTG durch den Verkauf von Erlebnispaketen 5.717 Übernachtungen generieren; 2009 waren es 4.245.

Zurückzuführen ist der Anstieg der Übernachtungszahlen in 2010 unter anderem auf den enorm gewachsenen Auslandstourismus. So konnte die niedersächsische Landeshauptstadt 17,5 Prozent mehr Gästeankünfte aus dem Ausland und 8,9 Prozent mehr Übernachtungen von ausländischen Gästen als noch im Vorjahr verzeichnen. Besonders beliebt ist Hannover bei den Briten. Sie zählten 2010, gefolgt von den Niederländern und den Schweden, zur stärksten ausländischen Besuchergruppe. Aber auch aus dem Inland kamen mit 5,7 Prozent mehr Übernachtungen und einem Plus von 5,5 bei den Gästeankünften deutlich mehr Besucher nach Hannover als noch 2009. Im Durchschnitt blieben die Gäste für 1,7 Tage in Hannover.

„Dieser Erfolg belegt, dass unsere Marketingkampagnen, die wir unter anderem mit dem Städteverbund ‚9 Städte‘ im Sommer 2009 in den Niederlanden gestartet und 2010 ausgeweitet haben, Wirkung zeigen. Hannover ist eine grüne Großstadt, die mit Highlights wie den Herrenhäuser Gärten, dem spektakulärsten Erlebnis-Zoo Deutschlands, unzähligen hochkarätigen Kulturveranstaltungen und zahlreichen Shoppingmöglichkeiten jede Menge zu bieten hat – und das haben wir erfolgreich überregional und international kommuniziert“, sagt Nolte.

Besonders einprägsam dürfte dabei die große Sommerkampagne „Gar nicht weit von hier“ gewesen sein, für die die HMTG auf insgesamt 1000 Großflächenplakaten mit Motiven wie der stimmungsvoll beleuchteten Oper, dem Steinhuder Meer, dem Schloss Marienburg oder dem Neuen Rathaus in Hannover, an der Nord- und Ostsee, im Harz und im Ruhrgebiet geworben hat.

Zur Steigerung der Übernachtungszahlen beigetragen hat neben den Werbekampagnen der HMTG auch das in 2010 stark erweiterte Angebot von Flugverbindungen vom Hannover Airport. Besonders die Positionierung von „Germanwings“ im Frühjahr 2010 am hannoverschen Flughafen hat zusätzliche Besucher in die niedersächsische Landeshauptstadt geholt. „So etwas ist ein Glücksfall für den Tourismus in Hannover“, sagt Nolte dazu. Zudem sei nach der Rezession auch der Kongress- und Messetourismus in Hannover wieder erstarkt.

Nicht nur in der Landeshauptstadt Hannover, sondern auch in den übrigen 20 Städten und Gemeinden der Region Hannover sind die Übernachtungszahlen in 2010 enorm angestiegen. Während 2009 1.211.555 Übernachtungsgäste in die Region Hannover kamen, konnten 2010 mit 1.449.031 Übernachtungen ganze 19,6 Prozent mehr Übernachtungsgäste in der Region gezählt werden (Übernachtungszahlen der Stadt Hannover nicht inbegriffen).

Zu dem eklatanten Anstieg beigetragen haben zum einen die Marketingaktivitäten der HMTG, die mit einer kontinuierlichen Bewerbung der „Pferderegion“, des Deisters oder des Steinhuder Meers aktives Regionsmarketing betreibt. Dass die Regionsgemeinden in ihrer Gesamtheit ein Plus von nahezu 20 Prozent verzeichnen konnten, lässt sich teilweise aber auch mit der veränderten Berechnungsgrundlage des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik bei der Erhebung der Übernachtungszahlen erklären. So sind 2010 erstmals die Übernachtungen auf Campingplätzen in die Statistik einbezogen worden. „Da es in der Region Hannover rund 15 Campingplätze gibt, in der Stadt Hannover aber keinen einzigen, profitieren die übrigen zur Region Hannover gehörenden Kommunen besonders stark von der neuen Berechnungsgrundlage“, sagt Nolte.

In 2011 plant die Hannover Marketing und Tourismus GmbH eine weitere Ausweitung ihrer Marketingaktivitäten im Ausland. So soll mit unterschiedlichen Maßnahmen nun auch in Schweden, Belgien, Dänemark und – wie schon in den Vorjahren – in den Niederlanden für Hannover geworben werden.

Im Zusammenspiel mit einem messestarken Jahr geht HMTG-Geschäftsführer Hans Christian Nolte von einem weiteren Übernachtungsplus in 2011 aus. „Wir rechnen damit, in diesem Jahr den Exporekord knacken zu können.“ (Hannover Marketing und Tourismus)



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