14. März 2011, Kopenhagen

Dänemarks Zuckerabenteuer in der Karibik im Nationalmuseum

Dänemarks Nationalmuseum in Kopenhagen widmet sich vom 2. April 2011 an in einer neuen Sonderausstellung einem vergessenen Kapitel der dänischen Geschichte. „Dänisch Westindien – eine Kolonie entsteht“ (Dansk Vestindien – en koloni bliver til) beleuchtet die Hintergründe des dänischen Zuckerabenteuers in der Karibik und erzählt von afrikanischen Sklaven und nordischen Kolonialherren – aber auch von zeittypischer Architektur, die sich noch heute auf den Westindischen Inseln und in Kopenhagen finden lässt.

Zwischen 1670 und 1820 schossen vier Forts, zwei Sklavenstationen, drei Städte und zahlreiche Kirchen in Dänisch Westindien und nicht zuletzt hunderte Plantagen aus dem Boden. Dank des harten Arbeitseinsatzes afrikanischer Sklaven auf den Zuckerrohrfeldern konnten die dänischen Kolonialherren ein Vermögen verdienen.

Geld, das in vornehme Palais und Luxus zuhause floss. Etwa in noch heute bedeutende Gebäude der dänischen Hauptstadt wie das Odd Fellow Palæ oder die heutige französische Botschaft am Platz Kongens Nytorv. Die Kopenhagener Ausstellung erzählt die Geschichte der Koloniegründung, von Herren und Sklaven, aber auch von den Nachkommen der aus Afrika Verschleppten und den Westindischen Inseln heute.

Höhepunkte der umfangreichen Exhibition sind historische Architekturentwürfe, Landkarten, alte Bilder sowie authentische Berichte von Sklaven. Und sie berichtet, wie Kopenhagener Adelige mit ihrem schwarzen Pagen lebten. Videointerviews mit bekannten Bewohnern der Inseln St. Thomas und St. Croix von heute runden die Aufarbeitung von 150 Jahren dänischem Kolonialismus und dessen Erbe ab. Die Geschichte endete mit dem Verkauf Westindiens durch Dänemark vor fast genau einhundert Jahren.

Die Ausstellung „Dänische Westindien – eine Kolonie entsteht“ im dänischen Nationalmuseum in Kopenhagen ist vom 2. April bis einschließlich 23. Oktober zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10–17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Anschließend geht die Ausstellung nach Flensburg und ins jütländische Gammel Estrup. (vdk)



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