16. März 2011, Heidelberg

Heidelberger Frühling 2011 startet mit der Academy of St. Martin in the Fields

Mit der Academy of St. Martin in the Fields und Christian Zacharias als Dirigenten und Pianisten eröffnet am 19. März 2011 das internationale Musikfestival „Heidelberger Frühling“ seine 15. Saison. Bei insgesamt 93 Veranstaltungen sind bis zum 17. April unter anderem das London Philharmonic Orchestra, der Pianist András Schiff und der Cellist Gautier Capuçon zu Gast. Als junge „Artists in Residence“ sind die Geigerin Veronika Eberle, die Cellistin Marie-Elisabeth Hecker und der Pianist Francesco Piemontesi eingeladen. Unter dem Motto „Zeitenwechsel“ wirft das Festival einen Blick auf musikalische Momente, in denen aus dem Bestehenden ausgebrochen und etwas Neues geschaffen wurde. Ein Fokus liegt dabei auf dem Werk des Komponisten Ludwig van Beethoven. Auch das Eröffnungskonzert ist ausschließlich Werken des Bonner Komponisten gewidmet: Auf dem Programm stehen die „Egmont-Ouvertüre“, die „Eroica“-Sinfonie und das Klavierkonzert Nr. 3.

Schon vor dem Eröffnungskonzert beginnt am 16. März mit der Lied Akademie ein neues Kernprojekt des Festivals. Unter der künstlerischen Leitung des Baritons Thomas Hampson verwandeln Sänger wie Christian Gerhaher, Barbara Bonney und Dietrich Fischer-Dieskau oder Pianist Wolfram Rieger die Neckarstadt für zwölf Tage in einen internationalen Treffpunkt des Liedgesangs. Die Lied Akademie will jungen Sängerinnen und Sängern das Handwerkszeug für eine auf fundierter Text-kenntnis basierende Liedinterpretation geben. Dazu besuchen zwölf eingeladene Stipendiaten (aus acht Ländern) neben den täglichen Liedklassen auch Workshops und Vorträge zur Interpretation von Lyrik (Schwerpunkt: Heinrich Heine) und dazu, wie diese in Liedern eine ganz eigentümliche Verbindung mit Musik eingeht. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Experimentieren mit neuen Präsentationsformen für das Lied, unter anderem durch Formate wie „Lied und Tanz“ (John Neumeier).

„Es freut mich, dass die Lied Akademie schon im Vorfeld international auf solch großes Interesse gestoßen ist“, so Festivalintendant Thorsten Schmidt. „Das Kunstlied als zentrale Gattung des deutschen Kulturguts braucht diese Aufmerksamkeit. Und zwar nicht nur hier in Heidelberg.“ Die Lied Akademie ist Bestandteil der neuen Festival Akademie, deren andere beide Bereiche Komposition (künstlerischer Leiter: Matthias Pintscher) und Kammermusik parallel in der der letzten Festivalwoche stattfinden und in das Wochenende des Streichquartettfests münden (11.-17. April).

Den 200. Geburtstag des Komponisten Franz Liszt in diesem Jahr nimmt der „Heidelberger Frühling“ zum Anlass für ein Themenwochenende mit Klavieraben-den, Lesungen und Vorträgen rund um den ungarischen Jubilar. Mitwirken werden unter anderem die Pianisten Pierre-Laurent Aimard und Igor Levit, die Autorin Eleonore Büning und die Musikwissenschaftlerin Dorothea Redepenning.

Unter dem Titel „Musik der Sinti und Roma“ widmet sich der „Frühling“ zudem einer Musikkultur, die in der Musikgeschichte zwar einen festen, aber nicht fest umrissenen Platz einnimmt. Häufig als „Zigeunermusik“ bezeichnet, haben sich zahlreiche Musiker und Komponisten von der „Wiener Klassik“ bis heute ihrer Formen und Melodien bedient. Ausgewählte Facetten dieses musikalischen Reichtums stellt das Festival bei Konzerten mit dem Geiger Roby Lakatos und seinem Ensemble, dem Trio um den Gitarristen Diknu Schneeberger und dem Gypsy Symphony Orchestra aus Budapest vor.

Finanziert wird das umfangreiche Programm des „Heidelberger Frühling“ erneut durch eine ausgewogene Mischung aus privater Förderung, Zuschüssen der Stadt Heidelberg, um die laufenden Betriebskosten abzudecken, und Einnahmen durch den Kartenverkauf. Unter den privaten Unterstützern sind zuvorderst der Freun-deskreis Heidelberger Frühling e.V., als Hauptförderer die HeidelbergCement AG, zudem die Manfred Lautenschläger Stiftung und die Octapharma AG zu nennen. Musikliebenden Privatpersonen wie Dr. Jobst Wellensiek, Dr. Renate Keysser-Götze und Dr. Dietrich Götze sowie der Klaus Tschira Stiftung ist es maßgeblich zu ver-danken, dass internationale Spitzenorchester in Heidelberg zu Gast sein werden. Für das Jugendprojekt „Classic Scouts“ setzt sich bereits im fünften Jahr SAS Insti-tute ein. Die Lied Akademie ist das erste Förderprojekt der Stiftung Heidelberger Frühling, die Akademiebereiche Kammermusik und Komposition werden von der Ernst von Siemens Musikstiftung ermöglicht. Als neue Förderer begrüßt das Festi-val die Kanzlei Dr. Erben und E&B wdw Druck. Eine begleitende Berichterstattung ist auch in diesem Jahr durch die langjährigen Medienpartner Rhein-Neckar-Zeitung, SWR2 und Deutschlandradio Kultur gesichert.

Karten sind unter Tel. (06221) 584 00 44 und bundesweit an allen bekannten Vorverkaufskassen erhältlich. Das komplette Programm und Online-Kartenbuchungen unter www.heidelberger-fruehling.de. (Heidelberg)



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