18. März 2011, Warschau (Warszawa)

Warschau feiert Beethoven und Franz Liszt

Der 200. Geburtstag von Franz Liszt und der 100. Todestag Gustav Mahlers prägen das diesjährige Beethoven-Festival in Polens Hauptstadt Warszawa (Warschau). Das bedeutende Klassikereignis feiert selbst ein kleines Jubiläum. Zum 15. Mal findet es während der Osterzeit statt. Das Motto in diesem Jahr: „Beethoven und die Weiblichkeit“.

Die Organisatoren des Festivals um die Komponisten-Gattin Elżbieta Penderecka und den künstlerischen Direktor Andrzej Giza haben auch in diesem Jahr keine Kosten und Mühen gescheut, um namhafte Interpreten Beethoven’scher Musik in die polnische Hauptstadt einzuladen. Neben Dirigenten wie Okko Kamu mit dem Symphonieorchester aus dem finnischen Lahti oder Marek Janowski mit dem Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester haben sich unter anderem der deutsch-japanische Cellist Danjulo Ishizake und die deutsch-koreanische Violinistin Viviane Hagner sowie die Pianisten Krzysztof Jabłoński und Rudolf Buchbinder angekündigt. Beethoven-Liebhaber können den Österreicher Buchbinder an mehreren Abenden mit sämtlichen Klavierkonzerten des Meisters erleben.

Eröffnet wird das Festival am 9. April in der Warschauer Nationalen Philharmonie. Das Orchester des Hauses wird dann unter der Leitung von Antoni Wit die Auferstehungssinfonie von Gustav Mahler interpretieren. Die Gesangssoli übernehmen die Hamburger Sopranistin Michaela Kaune und die russische Mezzosopranistin Ekaterina Semenchuk. Anlässlich des 100. Todestages des österreichischen Komponisten können Festivalbesucher am 12. April auch dessen Zyklus „Lieder eines fahrenden Gesellen“ genießen. Die estnische Mezzosopranistin Annely Peebo wird dabei begleitet von der Württembergischen Philharmonie Reutlingen unter der Leitung von Ola Rudner. Am 21. April werden der Chor der Krakauer Philharmonie und das Nationale Radiosinfonieorchester Katowice unter der Leitung von Hubert Soudant Lieder aus der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“ interpretieren. Als Solisten kann das Publikum die Düsseldorfer Gesangsprofessorin und Opernsängerin Christiane Oelze sowie den polnischen Tenor Rafał Bartmiński erleben.

Mit Franz Liszt ehrt das Beethoven-Festival in diesem Jahr einen weiteren Ausnahmekünstler des klassischen Genres zu seinem 200. Geburtstag. Seine Faustsinfonie können die Festivalgäste am 21. April direkt im Anschluss an Mahlers „Wunderhorn” in der Warschauer Nationalen Philharmonie erleben. Liszts „Hamlet“ kommt dort am 14. April zur Aufführung. Die Musiker der Dresdner Philharmonie unter der Leitung von John Axelrod interpretieren an diesem Abend sowohl diese sinfonische Dichtung als auch das Doppelkonzert in a-Moll von Johannes Brahms und die Sinfonie „Aus der neuen Welt“ von Antonín Dvořak.

Den Höhepunkt des Festivals markieren die Passions-Aufführungen in der Karwoche. Den Anfang machen am 18. April der Schleswig-Holstein Festival Choir und das Elbipolis Barockorchester Hamburg unter der Leitung von Rolf Beck mit der Bach’schen Johannes-Passion. Am folgenden Tag werden der Chor der Philharmonie Wrocław und das Barockorchester Wrocław Bachs Matthäus-Passion interpretieren. In der Rolle des Jesus von Nazareth erleben die Gäste den schwedischen Bariton Hakan Vramsmo. Den Abschluss am 22. April bildet die Aufführung der Lukas-Passion von Krzysztof Penderecki. Der Komponist selbst dirigiert die Sinfonia Varsovia, die vom Warschauer Philharmonischen Chor, dem Chor der Oper und Philharmonie Białystok, dem Nationalen Akademischen Chor der Ukraine und dem Warschauer Knabenchor unterstützt wird.

Ergänzend werden in Kraków (Krakau), wo das Festival seinen Ursprung hat, Handschriften von Ludwig van Beethoven in der Bibliothek der Jagiellonen-Universität ausgestellt. Sie sind vom 5. bis 22. April bei freiem Eintritt zu besichtigen. Mit dem Thema der Weiblichkeit in der Musik Beethovens wird sich ein begleitendes Symposium während des Festivals befassen.

Informationen:
Der Preis der Eintrittskarten für die einzelnen Konzerte liegt je nach Sitzplatz zwischen 20 und 200 Złoty (ca. 5 bis 50 Euro). Weitere Informationen zum Festivalprogramm unter www.beethoven.org.pl Warschau ist von mehreren deutschen Städten im Direktflug mit der LOT und der Lufthansa erreichbar. Der Berlin-Warszawa-Express der Bahn fährt in fünfeinhalb Stunden von der deutschen in die polnische Hauptstadt. Allgemeine Auskünfte über Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel (FVA Polen)



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