25. März 2011, North Carolina

Amerikanischer Bürgerkrieg auf Twitter

Der amerikanische Bürgerkrieg lebt auf Twitter wieder auf. Geschichte des 19. Jahrhunderts mit der Technik des 21. zu erzählen: das ist das Ziel eines ehrgeizigen Projekts, das von LeRae Umfleet ins Leben gerufen wurde, einer Historikerin, die für das North Carolina Department of Cultural Resources arbeitet. Im Laufe der nächsten vier Jahre wird sie über den Twitter-Account twitter.com/civilianwartime Originalberichte versenden, die jeweils 150 Jahre vorher (auf den Tag genau) von Bürgern North Carolinas verfasst wurden. Die „Tweets“ und auch die Originalquellen kann man parallel im Blog civilianwartime.wordpress.com nachlesen, und an dieser Stelle findet man auch weiterführende Links.

Auf diese Weise erleben die „Follower“ dieser Meldungen Tag für Tag mit, wie die Zivilbevölkerung die über 1.400 Tage dieses blutigen Krieges miterlebte, der mehr Amerikaner das Leben kostete als alle anderen Kriege in der 235jährigen Geschichte des Landes zusammen. „Dieses Instrument hilft uns, die Auswirkungen des Krieges in den Worten der Betroffenen zu begreifen“, erläutert Umfleet ihr Projekt.

In einem Tweet aus der ersten Woche heißt es zum Beispiel: „Ich habe gerade die Botschaft des Präsidenten, Mr. Lincoln, gesehen. Ich glaube, er will die Staaten, die sich abspalten, in die Knie zwingen. Ich fürchte, dass es einen Bürgerkrieg geben wird, der unser glückliches und friedliches Land in Schutt und Asche legen wird.“ Diese prophetischen Worte schrieb eine gewisse Mary Jeffreys Bethell am 11. März 1861 in ihr Tagebuch und ahnte sicher nicht, dass sie sich schon so bald bewahrheiten würden – aber auch nicht, dass sie 150 Jahre später in alle Welt „getwittert“ würden

Vor genau 150 Jahren waren die Vereinigten Staaten von Amerika alles andere als einig: Was 85 Jahre zuvor hoffnungsvoll als vielversprechendes Experiment in Demokratie und Freiheit begonnen hatte, drohte endgültig zu scheitern, als sich elf Staaten aus dem Bund lösten und damit einen vierjährigen bewaffneten Konflikt begannen, den Sezessionskrieg. Überall in den Südstaaten und insbesondere in North Carolina – dem letzten Staat, der aus der Union austrat – gedenkt man in diesem und den kommenden Jahren jener Ereignisse mit speziellen Veranstaltungen, Führungen und sogar Twitter-Botschaften. (North Carolina Tourism)



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