11. April 2011, Sylt

Die letzten Naturschutz-Zivis auf Sylt

Nur noch wenige Wochen, dann sind sie Fossilien der Zeitgeschichte: Seit den 60er-Jahren haben sich rund 1000 Zivildienstleistende für den Natur- und Küstenschutz auf Sylt engagiert. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht geht diese Ära im Juli zu Ende.

Die Zivis gehen – neue Freiwillige kommen: Unter der Internetadresse www.freiwillig-am-meer.de können sich Engagierte jeden Alters für den neuen Bundesfreiwilligendienst an der See bewerben. Sie sollen nach entsprechenden Schulungen die Arbeit all jener Hauptberuflichen unterstützen, die tagtäglich im Auftrag des Natur- und Küstenschutzes unterwegs sind. Wie etwa Anne Evers: Seit 2008 ist die studierte Umweltwissenschaftlerin als Nationalpark-Rangerin auf Sylt unterwegs – die bisher einzige auf der Insel und eine von insgesamt 15 Rangern, die von der dänischen Grenze bis zur Elbe Ansprechpartner sind in Sachen Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Eine ihrer wichtigsten Aufgaben: Gemeinsam mit den Natur- und Küstenschutzverbänden informiert Evers über alle Nationalparkthemen. Vom Wattwurm bis zum Schweinswal: Auf geführten Wanderungen erklärt sie den Gästen den empfindlichen Kosmos des Wattenmeeres, seine Bewohner und deren Zusammenspiel. Rund 10.000 Tier- und Pflanzenarten leben hier – und immer wieder kommen neue dazu, etwa die japanische Felsenkrabbe. Doch auch der Wechsel der Jahreszeiten birgt beinahe täglich neue Erfahrungen: „Ich beobachte diese Veränderungen: Wann singt die erste Feldlerche, wann taucht der erste Knutt auf? Das ist spannend, ich lerne ständig dazu“, sagt Evers. Und mit jedem Satz spricht aus ihr die Begeisterung für Sylt, die sich auch auf ihre Gäste überträgt. „Die Natur ist das Potenzial dieser Insel. Deshalb kommen die Menschen doch vor allem nach Sylt: Weil die Landschaft so atemberaubend, die Natur so toll und das Meer so weit ist.“

Auch die freiwilligen Helfer dürften diese Einstellung teilen – im Erlebniszentrum Naturgewalten in List betreut Evers Praktikanten und bildet sie aus, damit sie selbst eigene Wattwanderungen leiten können. Dabei gibt Evers nicht nur ihre Erfahrung weiter, sondern natürlich auch die Liebe zum Meer, zur Natur und zu einer ganz besonderen Insel.

Die aktuelle Ausgabe des Magazins „Natürlich Sylt“ stellt die letzten Vertreter der „aussterbenden Spezies“ der Zivis für Natur- und Küstenschutz vor. (Sylt Marketing)



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