2. Mai 2011, Äthiopien

Kult-Sport: Bulljumping in Äthiopien

Unberührte Natur und eine Dichte an Völkern, wie sie nirgendwo sonst auf der Welt zu finden ist, erwartet Reisende ganz im Süden Äthiopiens: Archaische Riten, farbenfrohe Körperkulte und faszinierende Traditionen machen eine Reise an den Unterlauf des Flusses Omo zum unvergesslichen Erlebnis.

So kann man hier, wenn man Glück hat, dem Bulljumping beiwohnen – junge Männer in Äthiopien zelebrieren ihr Erwachsenwerden mit einem Sprung über eine Reihe Rinder. Bei dem Volk der Hamer, im Südwesten des Landes, gilt dieser Rindersprung seit jeher als Initiationsritual. Als bereit für den Sprung gelten alle jungen Männer, die bereits eine bestimmte Anzahl wilder Tiere getötet haben. Vor dem Ritual wird der auf der Stufe zum Erwachsenwerden befindliche junge Hamer nackt ausgezogen und mit Kuhdung diagonal über der Brust bestrichen, ein Stück Antilopenleder ebenfalls mit Kuhdung gefüllt, wird um den kleinen Finger seiner rechten Hand gewickelt.

Derweil versammeln sich alle Verwandten mit der gesamten Rinderherde der Gemeinde auf dem Dorfplatz, wo geschmückte Frauen bereits tanzen und singen und die Männer des Dorfes die Tiere bis zum Sonnenuntergang beisammen halten. Beim ersten Abendgrauen werden die Rinder in eine Reihe gestellt und die letzte Stufe des Initiationsritus beginnt, indem der junge Hamer viermal über die Rücken der Tiere läuft. Damit beweist der nun Erwachsene, dass er auf dem Boden seiner Gesellschaft bestehen kann. Im Anschluss wird sein Haupthaar rasiert, um ihn als heiratsfähig zu kennzeichnen. (FVA Äthiopien)



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