13. Mai 2011, Deutschland

Zwei deutsche Nominierungen für das UNESCO-Register „Memory of the World“

Der Zwei-plus-Vier-Vertrag und 14 weitere Dokumente zum Bau und Fall der Berliner Mauer sind für das UNESCO-Register des Dokumentenerbes „Memory of the World“ nominiert. Das „Benz-Patent von 1886″ zum Fahrzeug mit Gasmotor ist ebenfalls nominiert. Über die Aufnahme berät das Internationale Komitee für das Memory of the World-Programm vom 22. bis 25. Mai 2011 in Manchester. Insgesamt liegen 80 Nominierungen für das Weltregister vor, darunter die Verfassung Südafrikas von 1991, der Nachlass des österreichischen Komponisten Arnold Schönberg und die iranische Epik-Sammlung „Panj Ganj“ von Nezami.

„Die Chancen für die deutschen Nominierungen sind gut, weil beide Anmeldungen große internationale Bedeutung haben. Der Zwei-plus-vier-Vertrag und die Dokumente zum Bau und Fall der Mauer sind Dokumente des Kalten Krieges und damit Spiegelbild der internationalen Politik der Nachkriegszeit. Ohne die Erfindung von Carl Benz wäre die heutige Mobilität der Menschen kaum vorstellbar“, sagte Professor Dr. Joachim-Felix Leonhard, Vorsitzender des Deutschen Nominierungskomitees für das UNESCO-Programm „Memory of the World“.

Das Benz-Patent von 1886 für ein dreirädriges Fahrzeug mit Gasmotor gilt als Geburtsurkunde des Automobils. Der deutsche Ingenieur Carl Benz reichte das Patent am 29. Januar 1886 beim kaiserlichen Patentamt ein. Er hatte weltweit erstmalig Fahrzeug und Antrieb als Einheit entworfen. Die von ihm umgebaute Droschke mit Motor und drei Rädern erreichte eine Geschwindigkeit von 16 km/h. Es war das erste Automobil mit Benzinmotor, das Benz in seiner Werkstatt in Mannheim konstruierte.

Der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 gilt als das zentrale Symbol für die Teilung der Welt in Ost und West zurzeit des Kalten Krieges. Der Fall der Mauer am 9. November 1989 wurde international als Meilenstein der europäischen Revolutionen für Demokratie und Freiheit gefeiert. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990 ermöglichte die Wiedervereinigung Deutschlands. Als diplomatisches Meisterwerk steht der Vertrag im Mittelpunkt der Nominierung. 14 weitere Dokumente, Videos, Fotos und Tonaufnahmen erinnern an die Zeit vom Bau bis zum Fall der Berliner Mauer.

Das deutsche Nominierungskomitee für das Programm „Memory of the World“ hat die zwei deutschen Anträge im März 2010 bei der UNESCO eingereicht. Das von der Deutschen UNESCO-Kommission einberufene Expertengremium erarbeitet, prüft und bewertet deutsche Vorschläge für das Weltregister des Dokumentenerbes. Aus Deutschland stehen elf Dokumente im Memory of the World-Register, darunter die Göttinger Gutenberg-Bibel, Beethovens Neunte Sinfonie und das Nibelungenlied.

Das UNESCO-Register „Memory of the World“ ist ein globales digitales Netzwerk mit ausgewählten herausragenden Dokumenten: Buchbeständen, Handschriften, Partituren, Unikaten, Bild-, Ton- und Filmdokumenten. Es wurde 1992 von der UNESCO eingeführt. Das Register umfasst derzeit 193 Dokumente aus allen Weltregionen, darunter die 21 Thesen der Solidarnosc, die Magna Charta und der Azteken-Codex in Mexiko. (Deutschen UNESCO-Kommission e.V.)



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen





Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Beiträge zum Thema: