29. Juni 2011, Europa

Neue UNESCO-Welterbestätten 2011

Das Welterbekomitee der UNESCO hat auf seiner 35. Tagung vom 19. bis 29. Juni 2011 in Paris 25 Stätten neu in die Liste des Welterbes aufgenommen, darunter aus Deutschland das Fagus-Werk in Alfeld. Das Erstlingswerk des Bauhausarchitekten Walter Gropius gilt als Ursprungsbau der Moderne. Als transnationales Weltkulturerbe wurden die Prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen, darunter auch 18 Pfahlbauten in Baden-Württemberg und Bayern, anerkannt.

Das Komitee hat außerdem fünf deutsche Buchenwaldgebiete als Weltnaturerbe anerkannt. Damit wird die grenzüberschreitende Naturerbestätte, zu der seit 2007 die Buchenurwälder der Karpaten in der Slowakei und der Ukraine gehören, erweitert. Das Weltnaturerbe Wattenmeer wurde um den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer mit den Inseln Neuwerk, Nigehörn und Scharnhörn erweitert. Zum Naturerbe zählen seit 2009 außerdem die Wattenmeer-Nationalparks in Niedersachsen und Schleswig-Holstein und das niederländische Wattenmeer-Schutzgebiet. Deutschland ist jetzt mit 36 Stätten auf der UNESCO-Liste des Welterbes vertreten.

Heute endeten die Beratungen des Komitees zu den Neueinschreibungen in die Liste des Weltkultur- und -naturerbes. Von den Neuaufnahmen zählen 21 zum Kulturerbe und drei zum Naturerbe, eine Stätte zählt zu beiden Kategorien. Damit stehen nun weltweit 936 Stätten auf der UNESCO-Welterbeliste: 725 Kulturerbestätten und 183 Naturerbestätten, 28 Stätten zählen sowohl zum Kultur- als auch zum Naturerbe. Erstmals sind Barbados und die Vereinigten Arabischen Emirate in der Liste vertreten. Von den 187 Vertragsstaaten der UNESCO-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes sind 153 auf der Welterbeliste repräsentiert. In diesem Jahr lagen dem Welterbekomitee 37 Nominierungen vor, einschließlich drei Erweiterungen.

Zwei Stätten wurden neu in die „Liste des gefährdeten Welterbes“ aufgenommen: die Tropischen Regenwälder von Sumatra in Indonesien und das Biosphärenreservat Río Plátano in Honduras. Eine Stätte konnte von der Liste des bedrohten Welterbes gestrichen werden: das Wildschutzgebiet Manas in Indien. Auf der Liste des gefährdeten Welterbes stehen jetzt insgesamt 35 Welterbestätten.

Die 21 neuen Kulturerbestätten:
Äthiopien: Kulturlandschaft der Konso
Barbados: Bridgetown und seine Garnison
China: Kulturlandschaft Westsee bei Hangzhou
Deutschland: Fagus-Werk in Alfeld
Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Schweiz, Slowenien (transnational): Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen (deutscher Teil: Pfahlbaufundstellen am Bodensee, in Oberschwaben, südlich von Augsburg und im Starnberger See)
Frankreich: Causses und Cevennen
Iran: Persische Gärten
Italien: Machtzentren der Langobarden
Japan: Hiraizumi – Tempel, Gärten und archäologische Stätten des Reinen Land-Buddhismus
Kenia: Fort Jesus in Mombasa
Kolumbien: Kaffee-Kulturlandschaft
Mongolei: Felsmalereien im Altai-Gebirge
Nicaragua: Kathedrale von Léon
Senegal: Saloum-Delta
Spanien: Kulturlandschaft Serra de Tramuntana
Sudan: Archäologische Stätten der Insel von Meroe
Syrien: Antike Dörfer in Nordsyrien
Türkei: Selimiye-Moschee in Edirne
Ukraine: Residenz der orthodoxen Metropoliten der Bukowina und Dalmatiens
Vereinigte Arabische Emirate: Kulturstätten von Al Ain
Vietnam: Zitadelle der Ho Dynastie

Die drei neuen Naturerbestätten:
Australien: Ningaloo-Küste
Japan: Ogasawara-Inseln
Kenia: Seen des Great Rift Valley

Eine neue Kultur- und Naturerbestätte:
Jordanien: Schutzgebiet Wadi Rum
(Unesco)



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