29. Juni 2011, Polen

Neues Mautsystem in Polen zum 1. Juli 2011

Polen führt zum 1. Juli 2011 auf seinen Autobahnen, Schnellstraßen und ausgewählten Landstraßen ein elektronisches Mautsystem ein. Es gilt für alle Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen. Die Neuregelung betrifft neben Lkw auch Pkw mit Anhänger sowie Wohnmobile mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen. Außerdem gilt sie für alle Reisebusse und Busse mit mehr als neun Sitzplätzen unabhängig vom Gewicht.

Fahrer von Pkw und Motorrädern können wie bisher auf mautpflichtigen Autobahnen die Gebühren direkt bezahlen. Mit den Einnahmen aus dem Mautsystem will Polen sein Straßennetz modernisieren und weiter ausbauen.

Das neu eingeführte System nennt sich viaTOLL und gilt außer auf Autobahnen auch auf einer Reihe wichtiger Schnellstraßen und Landstraßen. Für die betroffenen Fahrzeuge wird ab 1. Juli eine sogenannte viaBOX erforderlich.

In den vergangenen Monaten entstand ein engmaschiges System von mehr als 400 Erfassungsstationen. Bei der Fahrt durch eine dieser Stationen wird automatisch die Gebühr für das mautpflichtige Fahrzeug errechnet. Bei den Mautstellen an den Autobahnen öffnen sich die Schranken,wenn sich ein Fahrzeug mit viaBOX nähert. Das System ermöglicht es zu prüfen, ob die Mautgebühren ordnungsgemäß und entsprechend der Fahrzeugklasse entrichtet werden. Verstöße werden automatisch an mobile Kontrollgruppen gemeldet, die die Fahrzeuge stoppen können.

Zur Information der vom Mautsystem betroffenen Fahrzeugnutzer gibt es ein Internetportal, das ausführlich auch in deutscher Sprache das System vorstellt und eine Registrierung ermöglicht. Nach der Unterzeichnung eines Vertrags erhalten die Nutzer gegen eine Kaution von 120 Złoty (ca. 30 Euro) eine viaBOX für Ihr Fahrzeug. Die Registrierung und Anmeldung selbst sind kostenlos. Das viaTOLL-System arbeitet nach dem Prepaid-Verfahren. Das heißt, dass die Nutzer eine Vorauszahlung für die Mautgebühren leisten müssen. Die Gebühren werden elektronisch vom Guthabenkonto abgezogen. Ist das Guthaben aufgebraucht, gibt die viaBOX ein Signal und der Fahrer muss das Konto neu aufladen. Wer nur einmalig nach Polen fährt, kann vor der Ausreise seine viaBOX gegen Rückzahlung der Kaution und des nicht genutzten Guthabens wieder abgeben.

Flächendeckend entstand für das viaTOLL-System ein Netz von Kontaktstellen, wo Nutzer sich anmelden können, ihre viaBOX erhalten und ihr Guthabenkonto aufladen können. Unter anderem gibt es solche Distributionsstellen an den wichtigen deutsch-polnischen Grenzübergängen, so in Świecko bei Frankfurt/Oder oder in Jędrychowice bei Görlitz. Außerdem ist die Anmeldung rund um die Uhr auch bei zahlreichen Partner-Tankstellen möglich.Eine detaillierte Liste findet sich auf der Website von viaTOLL.

Die Mautgebühren richten sich nach der Größe und Schadstoffklasse des Fahrzeugs und nach der Art der benutzten Straße. So sind beispielsweise für Busse je Kilometer zwischen 16 und 40 Groszy (umgerechnet etwa vier bis zehn Euro-Cent) zu zahlen.

Für Pkw und Motorräder sowie andere Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen gibt es eine Mautpflicht bisher nur auf einigen Autobahnabschnitten.Allerdings soll die Maut künftig auf allen Autobahnen im Nachbarland eingeführt werden. Die Zahlung der Gebühren erfolgt an den Kontrollstellen weiterhin manuell in Złoty oder in Euro. Spätestens zum 1. Januar 2012 soll es aber für die Fahrer auch die Möglichkeit geben, für erste Autobahnabschnitte das neue elektronische Abrechnungssystem zu nutzen.

Detaillierte Informationen über das System in deutscher Sprache, ein Formular für die Registrierung und eine Liste der Anmeldestellen finden sich auf der Website www.viatoll.pl/de Außerdem gibt es für das System eine deutschsprachige Kunden-Hotline. Sie ist vom polnischen Festnetz gebührenfrei unter der Nummer 800 101 101 erreichbar, aus dem Ausland oder per Handy zu den normalen Telefongebühren unter der Nummer 0048-22-521 10 10. (FVA Polen)



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