29. Juni 2011, Kenia

Rift Valley und das Fort Jesus zu UNESCO-Welterbestätten erklärt

Das Welterbekomitee der UNESCO hat auf seiner 35. Tagung in Paris zwei neue Welterbestätten in Kenia ernannt: Die Seen des Rift Valley und das Fort Jesus bei Mombasa.

Bei den Seen im Rift Valley handelt es sich um den Lake Bogoria, den Lake Nakuru und den Lake Elementaita, die am Grund des Rift Valley, des Großen Afrikanischen Grabenbruchs liegen, welcher Kenia in Nord-Süd-Richtung durchzieht. Berühmt sind die Seen im Rift Valley vor allem für die riesigen Schwärme von Flamingos, welche sich von Kleinkrebsen und Algen ernähren, die nur im flachen sodahaltigen Wasser dieser Seen gedeihen. Ganze 75% der Weltpopulation des Zwergflamingos sind damit auf die Seen des Rift Valley als Lebensgrundlage angewiesen. Zudem ist die Seenkette Teil einer bedeutenden Zugvogelroute: Über 100 Zugvogelarten, darunter etliche mitteleuropäische Arten, rasten oder überwintern hier jedes Jahr. Die fischreichen Seen Nakuru und Elementaita werden außerdem regelmäßig von Rosapelikanen aufgesucht, welche hier in großen Trupps auf die Jagd nach Buntbarschen gehen. Im Umkreis der Seen leben seltene Säugetiere: So ist der Lake Bogoria die Heimat des Großen Kudu und der Lake Nakuru ein spezielles Schutzgebiet für Nashörner und die nur im Westen Kenias und in Uganda beheimatete Rothschildgiraffe. Während der Lake Nakuru Nationalpark bereits heute zu den häufig besuchten Schutzgebieten Kenias gehört, sind der Lake Elementaita und der Lake Bogoria noch Geheimtipps. Alle drei Seen sind ab Nairobi über geteerte Straßen problemlos erreichbar.

Die zweite neue UNESCO-Welterbestätte in Kenia ist das Fort Jesus, eine Festungsanlage in der Hafenstadt Mombasa. Das Fort Jesus wurde Ende des 16. Jahrhunderts von den Portugiesen errichtet, um die Einfahrt zum alten Hafen von Mombasa zu sichern. Es handelt sich um eine der weltweit am besten erhaltenen portugiesischen Festungen aus dieser Epoche. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte war das Fort im Wechsel zwischen portugiesischer und omanischer Herrschaft heftig umkämpft. 1895 fiel es dann an Großbritannien und mit der Unabhängigkeit Kenias im Jahre 1963 schließlich an den kenianischen Staat. Heute ist es Teil der Nationalmuseen von Kenia. Es liegt direkt angrenzend an die historische Altstadt von Mombasa und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Urlauber an der kenianischen Küste.

Mit den Seen im Rift Valley und dem Fort Jesus wurden zum ersten Mal seit 2008 wieder afrikanische Stätten neu in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Zu Welterbestätten ernennt die UNESCO Orte, welche laut Präambel der Welterbekonvention als Kultur- oder Naturerbe von außergewöhnlicher Bedeutung definiert werden und daher „als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen“. Die Unterzeichnerstaaten dieser Konvention sind dazu verpflichtet, die auf ihrem Territorium ernannten Welterbestätten entsprechend zu schützen und zu erhalten. In Kenia gehören neben den Seen im Rift Valley und dem Fort Jesus noch vier weitere Orte zum UNESCO-Welterbe, nämlich der Mount Kenya Nationalpark (seit 1997), Teile des Lake Turkana (seit 2001), die Altstadt von Lamu (seit 2001) und die Kayas, die heiligen Wälder der Mijikenda (seit 2008). (Kenya Tourist Board Deutschland)



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