1. Juli 2011, Deutschland

DRV fordert Entzerrung der Ferientermine

Den Ferienauftakt in diesem Sommer haben Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland bestritten, gefolgt von Berlin, Brandenburg und Hamburg. Im Juli geht es dann Schlag auf Schlag: In zehn Bundesländern bekommen die Schüler Ferien. Und nur innerhalb einer Woche starten Ende Juli mit Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern die drei bevölkerungsreichsten Bundesländer fast zeitgleich in den Urlaub.

„Damit sind auch in diesem Jahr wieder Staus auf den Hauptverkehrsachsen programmiert“, warnt der Präsident des Deutschen ReiseVerbands (DRV). Da der Deutschland-Urlaub in diesem Jahr eine wachsende Nachfrage verzeichnet, wird es vor allem auf den Straßen eng, die zu den gefragten touristischen Regionen in Deutschland wie der Nord- und Ostsee oder den Bergen führen. Die schulfreie Zeit in den 16 Bundesländern erstreckt sich 2011 auf nur 81 Tage – möglich und sinnvoll wären aber 92 Tage. Darauf weist der Branchenverband der Touristik hin und unterstreicht seine Forderung nach Ausweitung des Sommerferienkorridors und einer besseren Koordinierung der Bundesländer, um zu einer Entlastung beim Reiseverkehr und somit einem entspannten Sommerurlaub beizutragen.

DRV-Präsident Jürgen Büchy plädiert im Sinne der Reisenden und der Tourismuswirtschaft für eine Entzerrung der Ferientermine: „Wir appellieren an die Ministerpräsidenten der Länder, die zu starke Überlappung der Ferienzeiträume in Deutschland zu vermeiden. Die Zeiträume zwischen dem frühesten Ferienbeginn und dem spätesten Ferienende sind zu eng bemessen. Leidtragende sind Familien mit schulpflichtigen Kindern und die Tourismuswirtschaft.“ Die Kultusminister von Kiel bis München bestimmen gemeinsam darüber, wann in welchem Bundesland die Sommerferien beginnen. Seit Jahren fordern Bundespolitiker aller Fraktionen sowie die deutsche Tourismusindustrie eine Ausdehnung des Ferienkorridors auf insgesamt 92 Tage. Allerdings stellen sich die Kultusminister der Bundesländer quer: Nach ihrem Willen soll der durchschnittliche Sommerferienkorridor bis zum Jahr 2017 bei 80 Tagen liegen. Für 2014 sind sogar nur 71 Tage vorgesehen. Ein Grund hierfür: Bayern und Baden-Württemberg pochen auf einen Ferienbeginn Ende Juli/Anfang August in ihren Ländern. Diese Blockadehaltung verhindert bislang das sogenannte rollierende System – wonach sich die Bundesländer bei den frühen, mittleren und späten Ferienzeiträumen ablösen – als tragfähigen und fairen Ansatz.

Ein breiterer Sommerferienkorridor ermöglicht deutschlandweit weniger Überschneidungen der Ferienzeiten. Der DRV kämpft für 92 Tage, vom 15. Juni bis zum 15. September. Die Vorteile:

– Weniger Staus: Mobilitätsströme auf Autobahnen werden entzerrt – der Erholungswert steigt für Urlaubsreisende vom ersten Tag an.

– Niedrigere Übernachtungspreise: Je breiter der Ferienkorridor, desto besser verteilt sich die Nachfrage der Reisenden. Hotels sind auch im Juni stärker ausgelastet – und nicht mehr gezwungen, im Juli/August Höchstpreise zu verlangen.

– Mehr Umsatzerlöse: Mit jedem weiteren Ferientag gehen etwa eine Million Übernachtungen und Umsätze von rund 100 Millionen Euro für das Hotel- und Gastgewerbe sowie zusätzliche Einnahmen für den Einzelhandel einher – ein kräftiger Impuls für den Arbeitsmarkt.

– Höhere kommunale Einnahmen: Jeder Ferientag spült Städten und Gemeinden Einnahmen von rund fünf Millionen Euro in die Kassen – ein gewichtiges Argument angesichts bedrohlicher Finanznotstände in den Kommunen. (DRV)



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