26. August 2011, Quito

Die sieben Wunder von Quito

Die Ecuadorianer haben ihre sieben Wunder aus den beliebtesten Kulturschätzen des Landes gewählt. Sie liegen im historischen Zentrum und der Umgebung der Kulturhauptstadt Amerikas 2011. Die Eisenbahnstation Eloy Alfaro in Chimbacalle wurde bei der Wahl auf Platz 1 gesetzt. Nachfolgend ein Überblick über die von den Einheimischen gewählten „Wunder“:

Die Eisenbahnstation Eloy Alfaro in Chimbacalle
Die zwischen 1905 und 1908 erbaute Eisenbahnstation Eloy Alfaro befindet sich im Stadtteil Chimbacalle. Sie ist die bedeutendste und größte ihrer Art in ganz Ecuador.

Während der 20er Jahre erlebte das Viertel Chimbacalle eine rasante Entwicklung, was vor allem der zu dieser Zeit stark nachgefragten Dienstleistungen im Schienenverkehr zu verdanken ist. Nichtsdestotrotz ließ dieser Trend mit den in den 70er Jahren aufkommenden Kraftfahrzeugen und der Investition in den Straßenbau nach.

Die Ernennung zum Denkmal der Stadt verhalf der Eisenbahnstation jedoch zu neuem Aufschwung, sodass nach deren Sanierung, die Wiederinbetriebnahme und der touristische Einsatz folgten. Das Wiederaufleben der Station in Chimbacalle hat Vorbildcharakter und verkörperte eine wichtige Maßnahme in der Geschichte des Landes, indem ihr Erbe erhalten blieb.

Das Stadtviertel Chimbacalle ist als ein Teil in das Wiederaufbauprojekt des kulturellen Erbes der Stadt integriert, der daneben auch die Errichtung eines Kunsthandwerksmarktes, eines Cafés, mehreren Erholungsgebieten, einem Eisenbahnmuseum sowie weiteren Bemühungen zum Erhalt des kulturellen Erbes der Stadt beinhaltet.

Die Eisenbahnstation Eloy Alfaro wurde bei der Wahl der „7 Wunder“, am 9. August 2011, auf der Plaza de la Independencia, auf Platz 1 gewählt.

La Compañía de Jesús
Aus architektonischer Sicht gilt die Kirche „La Compañía de Jesús“ als eines der vollständigsten und komplexesten Bauwerke Quitos. Die erste Bauphase dauerte von 1605 bis 1765. Nachdem die Kirche einige Jahre geschlossen war, wurde sie von 1767 bis 1860 – nachdem der Jesuitenorden des Landes verwiesen worden war – beendet und gilt als Prototyp des bedeutendsten spanischen Kolonialbarocks in Lateinamerika.

Die vom Eingang bis in die Kuppel vergoldete und im maurischen Stil erbaute barocke Prachtkirche erscheint mit ihren fein geschnitzten und mit Blattgold verzierten Reliefs sowie dem strahlenden korallroten Hintergrund wie ein goldener Tempel. Die typischen Arabesken an der Kirchendecke harmonieren hervorragend mit dem Barock der Altäre und Seitenwände.

Plaza de San Francisco
Das Kloster San Francisco befindet sich westlich der Plaza und bildet mit der ihr angeschlossenen Kirche den ältesten und größten religiösen Komplex Südamerikas. Der durch die Franziskanerpater durchgeführte Bau begann nur wenige Wochen nach Gründung der Stadt (1534) und dauerte insgesamt 70 Jahre.

Das Kloster unterteilt sich in sechs große und zahlreiche kleinere Kreuzgänge sowie drei Kirchen und enthält eine der bedeutendsten südamerikanischen Kunstsammlungen des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der barocke Altar und die von Bernardo de Legarda hergestellte berühmte „Virgen de Quito“, die mit ihrem Indioantlitz die einzige koloniale Darstellung einer „geflügelten“ Jungfrau Maria ist.

Basílica del Voto Nacional
Die Inspiration für das Design der Kirche lieferte die Kathedrale „Catedral de Bourges“, an deren Skizzen der französische Architekt Emilio Tarlier zwischen 1890 und 1896 arbeitete.

Die im gotischen Stil erbaute „Basílica del Voto Nacional“ hat eine Höhe von 117 Metern und ist damit nicht nur die größte seiner Art in Ecuador sondern auch ganz Lateinamerikas. Wer möchte, kann auf die Spitze des imposanten Bauwerkes hinaufsteigen und eine herrliche Aussicht genießen.

Iglesia de la Virgen del Quinche
El Quinche ist ein Ureinwohnerdorf, deren genaues Gründungsdatum nicht bekannt ist.

Das Dorf wurde zunächst von den Inka erobert, bevor sich ihm später die Spanier annahmen. Der erste Schrein zu Ehren der Jungfrau El Quinche wurde wie andere Tempel und Kirchen während des Erbebens in Quito zerstört.

Für den Wiederaufbau (1927) des gegenwärtigen Schreins wurden Materialien wie Kalk und Ziegel verwendet.
Noch heute repräsentiert die Kirche die Quinche, einen Teil der indigenen Kulturen Ecuadors aus der Prä-Inkazeit.

Plaza de la Independencia
Im Herzen des Historischen Zentrums befindet sich die „Plaza de la Independencia“, auch „Plaza Grande“ genannt, die als Inbegriff des Triumphes der ecuadorianischen Regierung über die spanische Herrschaft gilt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts schmückt die Mitte der Plaza ein Denkmal, welches zu Ehren der Helden des Unabhängigkeitskrieges errichtet wurde.

Heute ist sie ein belebter Platz, an dem sich das Leben der Quiteños abspielt.

Virgen del Panecillo
Die 45 Meter hohe Statue, zu Ehren der Jungfrau von Quito, wurde 1976 vom Spanier Augustín de la Herrán Matorral entworfen. Die „Virgen del Panecillo“ ist ein Abbild der sich auf dem Hauptaltar der Kirche San Francisco befindenden Skulptur von Bernardo de Legarda.

Vom Berg „Panecillo“ – das übersetzt Brötchen bedeutet – blickt die Statue in Richtung Norden und ist einer der zahlreichen Aussichtpunkte über die ecuadorianische Hauptstadt.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf: http://7maravillasdequito.com/ (TV Quito)



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