14. September 2011, Reiseportale

Millionenverlust durch Reisegeschichten am Arbeitsplatz

Die Ferien sind vorbei und zurück am Arbeitsplatz werden erst mal ausgiebig Reise-Geschichten erzählt: Dabei kommen hochgerechnet auf alle Angestellten in Deutschland nach dem Urlaub fast 15 Millionen Stunden während der Arbeitszeit zusammen – und das kostet deutsche Chefs rund 465 Millionen Euro, laut einer repräsentativen Umfrage von lastminute.de. Die Studie ergab desweiteren, dass fast jeder vierte Deutsche (22 Prozent) bei seinen Reise-Geschichten lügt oder übertreibt – Männer deutlich mehr als Frauen (27 und 16 Prozent). Der Hauptgrund: Fast jeder Zehnte will andere neidisch machen. Und vier Prozent geben zu, schon einmal ein Urlaubsfoto retuschiert zu haben, um besser oder dünner auszusehen.

Im Schnitt verbringen Europäer nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub während der Arbeitszeit 22 Minuten mit dem Erzählen ihrer Reise-Geschichten – die Deutschen sind ganz vorne dabei: Die Iren stehen mit 26 Minuten auf Platz 1, direkt danach folgen mit 25 Minuten schon die Deutschen. „Reise-Geschichten sorgen auch nach der Rückkehr für Urlaubsfeeling und sind unbezahlbar. Wir haben den Wert berechnet, den diese Reise-Geschichten haben: fast eine halbe Milliarde Euro – so viel kosten Arbeitgeber hochgerechnet die 15 Millionen Stunden, die Mitarbeiter während der Arbeitszeit nach den Ferien mit dem Erzählen ihrer Reise-Geschichten verbringen“, so Jörg Burtscheidt, Geschäftsführer lastminute.de, über die Ergebnisse des ‘Reisegeschichten-Report’. Dafür hat lastminute.com, zu der in Deutschland lastminute.de gehört, über 10.000 Erwachsene in neun Ländern repräsentativ befragt. Eine andere repräsentative Umfrage von lastminute.de hatte diesen Sommer übrigens ergeben, dass Angestellte pro Jahr für deutsche Chefs eine Gratisleistung von 460 Millionen Stunden durch Arbeit in Urlaub und Freizeit erbringen – dazu Jörg Burtscheidt: „Chefs sollten gelassen bleiben, wenn ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit mal vom Urlaub erzählen – schließlich heben Urlaubserinnerungen die Stimmung und Fakt ist: Viele arbeiten auch während des Urlaubs – und zwar mehr Stunden, als für Reise-Geschichten drauf gehen!“

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit? Von wegen: In den neun Ländern, in denen die Umfrage durchgeführt wurde, geben 19 Prozent der Befragten zu, dass sie bei ihren Reise-Geschichten lügen oder übertreiben. Die größten ‘Urlaubs-Angeber’ sind die Iren: 29 Prozent von ihnen nehmen es bei ihren Reise-Geschichten mit der Wahrheit nicht immer genau. Die Deutschen stehen mit Spanien auf Platz zwei mit 22 Prozent – bei den Frauen sind es 16, bei den Männern 27 Prozent. Überraschend ist das nicht: Schließlich sagen auch 9 Prozent der Deutschen, dass sie im Urlaub nur faul sind und nichts unternehmen – viel zu erzählen ist nach solch einem Urlaub also nicht. Die beliebteste Urlaubslüge der Deutschen: eine Reise-Geschichte übertreiben, um andere neidisch zu machen (sagen 9 Prozent). Weitere beliebte Urlaubsschwindel: ein Lüge, damit sich der Urlaub aufregender anhört, als er eigentlich war (6 Prozent); ein Übertreibung, um zu vertuschen, dass man eigentlich nur faul war im Urlaub (5 Prozent); und: Urlaubsfotos retuschieren, um besser oder dünner auszusehen (4 Prozent).

Informationen zur Umfrage
Die repräsentative Umfrage erfolgte im Auftrag von lastminute.com und lastminute.de durch YouGov zwischen dem 1. und dem 11. Juli 2011. Befragt wurden insgesamt 10291 Erwachsene – in Großbritannien (2050), Irland (1030), Frankreich (1000), Deutschland (1082), Spanien (1056), Italien (1036), Schweden (1012), Dänemark (1018), Norwegen (1007). Die Umfrage wurde online durchgeführt. Die Umfrageergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für jedes befragte Land (Alter 18+). ¹ Der Wert von rund 465 Millionen Euro wurde wie folgt kalkuliert: Laut neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes gab es 2011 im 2. Quartal 36,4 Millionen Angestellte in Deutschland. Diese Zahl wurde multipliziert mit den 24,6 Minuten, die laut der Umfrage mit dem Erzählen von Reise-Geschichten während der Arbeitszeit verbracht werden nach der Rückkehr. Dies ergibt 895.440.000 Minuten – und das wiederum entspricht 14.924.000 Stunden. Diese wurden mit den durchschnittlichen Arbeitskosten pro Stunde von 31,15 Euro multipliziert (laut Statistischem Bundesamt betragen die Arbeitskosten je geleistete Stunde in Deutschland in der Privatwirtschaft 29,20 Euro und im verarbeitenden Gewerbe 33,10 Euro – der Mittelwert davon ist 31,15 Euro). Das Ergebnis also: 464.882.600 Euro. (lastminute.de)



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