22. Dezember 2011, Ungarn

Buscho Maskenfest: Festtagsumzug im Süden Ungarns

Vom 16. bis 21. Februar 2012 – wenn in Deutsch­land die Narren durch die Straßen tanzen – lockt das Buscho Maskenfest (Busójárás) Zehntausende von Schaulustigen in die südlichste Stadt Ungarns. Mit zottigen Schafspelzen und gehörnten Holzmasken verkleidete „Buschos“ treiben dann mit viel Getöse ihren Schabernack. Auf ihren Holzwaffen haben die furchtein­flößenden Gestalten selbst gebackene Faschingskrapfen gespießt. Wer sich nicht einschüchtern lässt, darf einen Krapfen abziehen. Seit 2009 stehen die Umzüge als immaterielles Weltkulturerbe auf der Liste der UNESCO.

Sammelplatz für alle Buschos ist die kleine Mohács-Insel. Dorthin hatten die Türken 1526 die Bewohner der Stadt vertrieben. Nach einer Legende soll dann ein alter Mann erschienen sein und die bevorstehende Flucht der Türken verkündet haben. Die Vertriebenen schnitzten sich daraufhin schreckliche Masken, überquerten die Donau und schlugen unter ohrenbetäubendem Lärm ihre Besetzer in die Flucht. Gestern wie heute setzen sie von der Insel aus mit Booten über, um zu Fuß oder ganz authentisch mit Pferd und Wagen weiterzuziehen. In langen Zügen marschie­ren sie bis in die Innenstadt, wo die Votivkirche an die beiden Mohácser Schlachten gegen das osmanische Heer in den Jahren 1526 und 1687 erinnert.

Die Umzüge dauern traditionell von Altweiberfastnacht bis zum Faschingsdienstag. Zum Abschluss des Festes wird am 21. Februar 2012 auf dem Marktplatz ein gro­ßes Feuer entfacht und der Winter in Form einer Strohpuppe auf dem Scheiterhau­fen verbrannt. Gleichzeitig wird ein Sarg mit dem toten Winter zu Wasser gelassen und verabschiedet. Informationen: mohacs@tourinform.hu (Ungarisches Tourismusamt)



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen





Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Beiträge zum Thema: