25. Dezember 2011, Quito

Die schönsten Kolonialhäuser in Quito

In der Altstadt von Quito stolpern die Besucher mit jedem Schritt über ein Stückchen Landesgeschichte. Hier reihen sich unzählige prächtige Bauten aus der Kolonialzeit aneinander, darunter Kathedralen, Klöster, Amtshäuser und Privathäuser. Das Instituto Metropolitano de Patrimonio (IMP) hat nun 14 koloniale Herrenhäuser ausgezeichnet, deren Geschichte von der Historikerin Ximena Escudero und vom Architekten Jesús Loor informativ aufbereitet wurden. Informationen finden sich auf den Infotafeln an den jeweiligen Hauswänden oder in den Gebäuden.

Die Kolonialhäuser zeichnen sich durch einen Innenhof aus, der meist von der Galerie im oberen Stockwerk bewundert werden kann. Oftmals befinden sich Säulen aus Stein oder Holz im Bauwerk. Der einheitliche Stil zeigt sich zudem in den Fassaden und der Raumaufteilung.

An der Straßenecke García Moreno und Mejía steht das Haus Cadisan aus dem 16. Jahrhundert. Der Name ist eine Abkürzung für Casa de Diego de Sandoval, dem ersten Hausinhaber. Das Grundstück mit Gartenanlage war bis 1995 im Besitz der Nachfahren von Diego de Sandoval. Seitdem liegt es in öffentlicher Hand. Das Haus umfasst 1.361 Quadratmeter. Während der obere Teil Wohnbereich war, dienten die unteren Räume dem Geschäft. Es wurde zuletzt im Jahr 1880 restauriert und hat bis heute diverse Umbauten durchlebt. Viele ursprüngliche Strukturen wie der von Bögen umgebene Hof mit seinen uralten Bäumen in der Mitte sind erhalten geblieben. Heute beherbergt das Gebäude ein Finanzinstitut und einen Teil der Stadtverwaltung. Der Garten sowie die Innenhöfe sind für Besucher geöffnet, das Restaurant im Innenhof lädt zum Verweilen und Schlemmen ein.

Ein anderes sehenswertes Kolonialwerk ist das heutige Centro Cultural Metropolitano (CCM), welches das Museum Alberto Mena Caamaño beherbergt. Genau an dem Ort des Museums befand sich nach der Vertreibung der Jesuiten die Kaserne Cuartel Real de Lima, zu der auch Gefängniszellen und unterirdische Kerker gehörten. Zuvor aber diente das Haus schon als Universität und bischöflicher Sitz. Der Reiseleiter Gabriel Ponce, Spezialist für Kultur und Geschichte, berichtet unter anderem, dass das Haus einmal von einem Bach durchquert wurde.

Das Museum Acuarela Muñoz Mariño im Altstadtviertel San Marcos bewohnten Ende des 19. Jahrhunderts die Geschwister Brígida und Gertrudis Salas. Die Künstlerinnen prägten den Namen des Häuserblocks, „La cuadra de las pintoras“. Das heutige Künstlerhaus, das öffentlich zugänglich ist, führt diese Tradition bis heute fort. Das vergleichsweise kleine Gebäude birgt eine schmale Vorhalle und einen bezaubernden Innenhof.

Einige Häuser sind privat, andere sind in öffentlicher Nutzung und somit für Touristen zugänglich. Stadtpläne von Quito sind der beste Wegweiser. Aber auch die touristischen Stadtpolizisten in der Altstadt, die Gästen aus aller Welt mit Auskünften behilflich sind, leiten sie direkt zum gewünschten Ziel.

Die 14 Kolonialhäuser im Überblick:

1.Haus Cadisan, Straßenecke García Moreno und Mejía: öffentlich zugänglich
2.Museum Arte Colonial (CCE), Straßenecke Cuenca und Mejía: öffentlich zugänglich
3.Casa de la Virgen, Straßenecke Rocafuerte und Maldonado: nicht öffentlich zugänglich, der Pfarrer öffnet auf Anfrage aber gern die Türen
4.Casa Montufar (IMP), Straßenecke Montúfar, Chile und Espejo: öffentlich zugänglich
5.Hotel San Francisco de Quito, Straßenecke Guayaquil und Sucre: öffentlich zugänglich
6.Pfarrhaus El Sagrario, Straße García Moreno y Espejo: nicht öffentlich zugänglich, der Pfarrer öffnet bei freundlicher Anfrage gern die Türen
7.Centro Cultural Metropolitano (Ex Cuartel Real de Lima, Real Audiencia), Straßenecke Espejo und García Moreno: öffentlich zugänglich
8.Casa de Benalcázar, Straßenecke Olmedo und Benalcázar: gelegentlich für kulturelle Veranstaltungen geöffnet
9.Casa de las Velas, Straße Flores, gegenüber der Straße Espejo: nicht öffentlich zugänglich
10.Casa de José Mejía Lequerica, Straße Maldonado, gegenüber der Schule José Peralta: nicht öffentlich zugänglich
11.Casa es S. J., Straße García Moreno y Manabí: auf Anfrage bei der Kathedrale La Compañía wird Zutritt gewährt
12.Museum Casa del Alabado, Straße Cuenca, zwischen den Straßen Bolívar und Rocafuerte: öffentlich zugänglich
13.Casa Terán Robalino – INEDES, Straßenecke Venezuela und Rocafuerte: nicht öffentlich zugänglich
14.Casa Muñoz Mariño (Museum la Acuarela), Straße Junín im Stadtviertel San Marcos: öffentlich zugänglich
(FVA Quito)



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