10. Januar 2012, Österreich, Vorarlberg

Schneechaos in Österreich

In manchen Regionen Österreichs ist in den letzten Tagen so viel Schnee gefallen wie seit 30 Jahren nicht. Innerhalb kurzer Zeit fielen teilweise bis zu drei Meter Neuschnee – das brachte dann auch die ansonsten äußerst schneeerfahrenen Räumdienste in den Alpen an ihre Grenzen. Eingeschneite Ortschaften, unpassierbare Zufahrten auf Straße und Schienen und hohe Lawinengefahr sind derzeit mancherorts die Folge.

Besonders stark betroffen ist Vorarlberg, das westlichste Bundesland Österreichs. Am Arlberg, auch in normalen Wintern als sehr schneesicheres Skigebiet bekannt, fiel so viel Schnee, dass selbst die Messgeräte für die Schneeanzeige überfordert waren. Hier sollen mittlerweile über fünf Meter Schnee liegen.

Problematisch sind die Schneemengen vor allem für die Zufahrten zu den Ortschaften. Wegen hoher Lawinengefahr und unter den Schneemassen umgeknickter Bäume waren am Montag zahlreiche Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten. Auch auf den Bahnstrecken gab es teilweise kein Durchkommen mehr. In Lech und Zürs saßen über 10.000 Menschen fest. Da am vergangenen Wochenende der Gästewechsel jedoch noch einigermaßen planmäßig verlief, gab es nur wenige Urlauber, die auch unbedingt aus den Ortschaften abreisen wollten und mußten. Die Versorgungslage in den Hotels ist für mehrere Tage gesichert, so dass der Urlaubsbetrieb weitestgehend normal weiterläuft, zumal auch viele Skilifte auch weiterhin geöffnet sind.

Räumungstrupps sind weiterhin mit Hochdruck darmit beschäftigt, die Zufahrtsstraßen wieder frei zu bekommen. An der Arlberg-Bundesstraße wurde auch ein Hubschrauber eingesetzt, um den Schnee von Bäumen zu wehen, die an einem schwer zugänglichen Steilhang und auf die Straße zu stürzen drohten.

Auch in Tirol und Salzburg sind einige Regionen von den massiven Schneefällen betroffen. Vielerorts stieg die Lawinengefahr auf Stufe vier der fünfteiligen Skala. Wetterexperten gehen davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Tagen etwas entspannt. (RNO)



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