19. Januar 2012, Kopenhagen

Sonderausstellung „Europa trifft die Welt“ im dänischen Nationalmuseum

Unter dem Titel „Europa trifft die Welt“ (dän. Europa møder Verden) unternimmt das dänische Nationalmuseum jetzt einen Parforceritt durch die europäische Geschichte – und die Geschichte der Beziehung Europas zur nicht-europäischen Welt. Die internationale Sonderausstellung führt Besucher des Kopenhagener Museums noch bis 3. Juni 2012 chronologisch vom alten Griechenland über das Römische Reich vor und nach der Geburt Christi über das Mittelalter bis in die Gegenwart.

Als Wegweiser dient dabei ein mittelalterliches Schwert mit der Aufschrift „In nomine domini“ (dt. Im Namen des Herrn), das vermutlich aus der Zeit der Kreuzzüge stammt. Die Waffe ist gleichzeitig ein Symbol für den kriegerischen, gewaltbetonten Zugang, den die Europäer über Jahrhunderte auf andere Kulturen und andere Regionen der Welt hatten. Dieser zeigte sich nicht nur im Römischen Reich, das Völker in den unterworfenen Provinzen zu strenger Kaisertreue verpflichtete. Auch die großen Expeditionen Portugals und Spaniens nach Asien oder Südamerika waren bestimmt vom Glauben an die eigene Kraft und Überlegenheit sowie nicht zuletzt das Christentum als alles rechtfertigende Legitimation. Auch die Unterwerfung der nordamerikanischen Indianer gehört zu den dunklen Seiten des europäischen Expansionsdranges.

Die neue Ausstellung „Europa trifft die Welt“ im dänischen Nationalmuseum zeigt aber auch die andere Seite der europäischen Globalisierung – beispielsweise den regen Handel mit zuvor unbekannten Kontinenten, bis dato unbekannte Kostbarkeiten wie Gewürze, Seide und vieles andere. Sie sind gleichzeitig ein Beleg dafür, dass Europa – und Dänemark – sich ständig verändern. In der Sonderschau sind ausschließlich Objekte aus der hauseigenen Sammlung des Nationalmuseums zu sehen. Darunter auch Heinrich Himmlers Augenklappe, mit der Hitlers Helfer seine wahre Identität nach der deutschen Niederlage zu verschleiern suchte.

Die Sonderausstellung „Europa trifft die Welt“ im Kopenhagener Nationalmuseum ist noch bis einschließlich 3. Juni dieses Jahres zu sehen. Das Nationalmuseum ist Dienstag bis Sonntag von zehn bis 17 Uhr geöffnet. (vdk)



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