22. Januar 2012, Krakau (Kraków)

Zur Musikreihe „opera rara” nach Krakau

Mit dem Zyklus „opera rara” zieht das Festivalbüro der polnischen Kulturstadt Kraków (Krakau) Musiktheaterbegeisterte aus der ganzen Welt an. Die Musikreihe hat den Anspruch, selten gespielte oder lange Zeit verschollene Opern aus dem 17. und 18. Jahrhundert neu zu inszenieren. Und zwar mit Europas besten Ensembles und Solisten und möglichst nah am historischen Original. Vier bemerkenswerte Aufführungen stehen 2012 auf dem Programm.

Auch in diesem Jahr ist es dem künstlerischen Direktor Filip Berkowicz gelungen, hochkarätige Künstler an die Weichsel zu locken. So konnte er unter anderem die weltbekannten Ensembles für alte Musik „Modo Antiquo” sowie „Europa Galante” für den Zyklus gewinnen. Den Auftakt der Reihe im Juliusz-Słowacki-Theater macht am 19. Januar das Florentiner Ensemble für alte Musik „Modo Antiquo” unter der Leitung von Federico Maria Sardelli. Zur Aufführung kommt das teilweise verschollene Stück „Catone in Utica“ von Antonio Vivaldi nach einem Libretto von Pietro Metastasio. Die Gruppe spielt den zweiten und dritten Akt des Stückes, der erste gilt als verschollen. Die Oper feiert beim Festival ihre Premiere in Polen.

Weiter geht es am 6. Juni mit einer historischen Aufführung von Händels „Giulio Cesare in Egitto“ durch das Ensemble „Capella Cracoviensis” unter der Leitung von Jan Tomasz Adamus mit der italienischen Solistin Sonia Prina in der Rolle der Cleopatra. Ein weiteres Stück des italienischen Meisterkomponisten Antonio Vivaldi wird das Ensemble „Accademia Bizantina” unter der Leitung von Ottavio Dantone am 25. November dem Publikum präsentieren. Als polnische Premiere werden sie den Dreiakter „Tito Manlio” aufführen. Vivaldi komponierte die Oper 1719 anlässlich der Hochzeit des Gouverneurs von Mantua, Prinz Phillips von Hessen-Darmstadt, bei dem er nach 1718 als Kapellmeister in Diensten stand.

Den feierlichen Abschluss der „opera rara” bildet das Stück „La fede ne’tradimenti“ des italienischen Barockkomponisten Atillo Ariosti. Das in Parma ansässige Ensemble „Europa Galante” wird unter der Leitung von Fabio Biondi den lange vergessenen Dreiakter am 19. Dezember zur Aufführung bringen. Ariosti war einige Zeit lang Hofkomponist der preußischen Königin Sophie Charlotte, für die er auch die Oper um Liebe und Feindschaft zweier mittelalterlicher spanischer Herrscher mit einem Libretto von Girolamo Gigli komponierte.

Informationen:
Sämtliche Aufführungen finden im Juliusz-Słowacki-Theater am Rande der Krakauer Altstadt statt. Karten für die Vorstellungen kosten zwischen 150 und 180 Złoty (ca. 34 – 40 Euro), ermäßigt zwischen 100 und 120 Złoty (ca. 22 – 27 Euro). Kartenvorbestellungen nimmt das Krakauer Festivalbüro für die jeweils nächste Vorstellung telefonisch oder per Mail entgegen. Infos: www.biurofestiwalowe.pl Ein Vorverkauf ist auch über das Ticketportal www.eventim.pl möglich. Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr zahlen nach vorheriger Anmeldung keinen Eintritt. Allgemeine Auskünfte über Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel (FVA Polen)



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