27. Januar 2012, Fluggesellschaften

Arbeitgeberverband Luftverkehr und ver.di einigen sich auf neuen Tarifvertrag

In der Tarifrunde 2012 haben sich der Arbeitgeberverband Luftverkehr (AGVL) und die Gewerkschaft ver.di am 26. Januar auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Die Gewerkschaft UFO, die erst vor wenigen Wochen eine Tarifgemeinschaft mit ver.di gebildet hatte, hat die Einigung für sich abgelehnt. Danach werden für die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter am Boden die Tabelleneckwerte rückwirkend zum 1. Januar 2012 um 3,5 Prozent angehoben. Die Laufzeit beträgt 13 Monate. Auf zwölf Monate hochgerechnet bedeutet der Abschluss eine Erhöhung der Vergütung um 3,23 Prozent und liegt somit exakt in der gleichen Höhe wie der letzte Abschluss für die Beschäftigten im Cockpit. Der Zuschlag zum Urlaubsgeld wird auf 1.075 Euro, die Azubi-Vergütung pauschal um 60 Euro erhöht, weitere Zulagen und Zuschläge wurden moderat angehoben.

Fr die LSG SkyChefs und für das Geschäftsfeld Technik haben die Tarifparteien spezifische Regelungen vereinbart. Bei der LSG geht es vor allem um die nachhaltige Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der LSG-Gesellschaften in Deutschland. Hier soll bis zum 31. Mai eine entsprechende Lösung verhandelt werden. Die Vergütungserhöhung aus dieser Tarifrunde soll im Geschäftsfeld LSG für eine Beschäftigungssicherung sowie für eine Einmalzahlung von 250 Euro brutto pro Vollzeitmitarbeiter verwendet werden. Für die in der Tarifrunde 2012 vereinbarte Laufzeit verzichtet die LSG auf betriebsbedingte Kündigungen. Für das Geschäftsfeld Technik wurden die Eckpunkte für die Einführung und die Finanzierung einer erfolgsvariablen Vergütung sowie den Einstieg in die Ablösung der Überleitungszulage, die es seit der Einführung der neuen Vergütungsstruktur 2007 gibt, vereinbart.

„Wir begrüßen ausdrücklich die Einigung mit ver.di. Der Abschluss reflektiert zum einen unsere Ergebnisse aus den Jahren 2010 und 2011, vor allem aber ist er eine Anerkennung für den Beitrag unserer Beschäftigten zur Stürkung unserer Wettbewerbsfähigkeit durch eine zuletzt 22-monatige Nullrunde“, sagt AGVL-Verhandlungsführer Stefan Lauer. „Umso bedauerlicher ist es, dass die UFO die Tarifgemeinschaft bereits nach wenigen Wochen schon wieder verlassen hat und sich nicht in der Lage sah, den vorgeschlagenen Lösungsansatz fr die Kabine mit zu tragen. Somit gilt weiterhin der bestehende Tarifvertrag mit der UFO für die Kabine, der noch bis zum 31. März 2012 Gültigkeit hat.“

Er bedaure dies umso mehr, weil die Gespräche sehr konstruktiv geführt wurden und die Tarifgemeinschaft in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage des Unternehmens ein wichtiges Signal für die erforderliche Gemeinsamkeit in schwieriger Zeit gewesen wäre. (Arbeitgeberverband Luftverkehr e.V.)



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