4. Februar 2012, Region Hall-Wattens

Bach und Violoncello im Riesen

Musik für kleine Besetzungen von Johann Sebastian Bach, Kompositionen für Violoncello vom Barock bis zur Jetztzeit und das Miteinander von klassischer, Jazz- und internationaler Volksmusik stehen 2012 im Fokus des Festivals Musik im Riesen. Vom 11. bis 16. Mai 2012 laden die Swarovski Kristallwelten in Wattens/Tirol zu einer Uraufführung der estnischen Komponistin Helena Tulve, zu Auftritten von Matthew Barley, Alban Gerhardt, Louis Lortie, Paul Meyer, Viktoria Mullova, des Emerson und des Tokyo String Quartet ein. Erstmals wird das Konzertprogramm auch durch Einführungsgespräche mit den Künstlern des Festivals ergänzt.

Im stilvollen Rahmen der Swarovski Kristallwelten in Wattens wurde im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm für die neunte Auflage von Musik im Riesen präsentiert. Stefan Isser, seit 1.1.2012 neuer Geschäftsführer der d. swarovski tourism services gmbh, ging dabei im Besonderen auf die Neuerungen im Vergleich zum Vorjahr ein: „Mit Musik im Riesen ist es uns gelungen, in den vergangenen Jahren ein anspruchsvolles Kammermusikfestival zu etablieren und wir freuen uns, die Konzertreihe in seinem neunten Jahr nicht nur mit einem faszinierenden Programm sondern auch mit neuen Angeboten für unser Publikum fortzusetzen.“
Heuer werde das Festival erstmals durch Einführungsgespräche mit den Künstlern bereichert, die von der Ö1-Redakteurin Renate Burtscher und dem Festivalleiter Thomas Larcher moderiert werden. Neu ist zudem, dass es an bestimmten Abenden auch Doppelkonzerte geben wird. Natürlich bleiben wir den Swarovski Kristallwelten als primärer Konzert-Location treu, gegenüber den Vorjahren werden jedoch auch außerhalb des Riesen Konzerte stattfinden: zum einen im wunderbaren Ambiente der Laurentiuskirche in Wattens, zum anderen im Werksgebäude II der Swarovski-Produktion selbst. Ebenfalls neu 2012: Klassikliebhaber können ihre Konzertkarten auch per Online Ticket Verkauf über Ö-Ticket beziehen.

Thomas Larcher, künstlerischer Leiter des Festivalformats im Riesen, stellte die Inhalte des diesjährigen Musikprogramms vor: „Die Musik Johann Sebastian Bachs als Ausgangs- und Bezugspunkt für Komponisten und Musiker späterer Epochen ist von jeher Teil der Konzertprogramme bei Musik im Riesen. 2012 gilt seinen Solo- und Kammermusikwerken ein eigener Festivalschwerpunkt.“

Zu hören sein werden das „Capriccio über die Abreise des geliebten Bruders BWV 992“, die Sonate g-Moll für Viola da gamba und Cembalo BWV 1029 – in einer Fassung für Violoncello und Akkordeon – sowie Teile aus zwei seiner berühmtesten Werkzyklen: Zur Festivaleröffnung spielt die Geigerin Viktoria Mullova im Swarovski Werk II die Partiten Nr. 2 und 3 aus den Sonaten und Partiten für Violine solo BWV 1001–1006, am 14. Mai 2012 tritt der deutsche Cellist Alban Gerhardt mit der sechsten der Suiten für Violoncello solo BWV 1007–1012 in den Swarovski Kristallwelten auf.

Eine Geschichte des Violoncellos
Gerade diese letzteren Werke gelten als wegbereitend für die Entwicklung des Cellos zum Soloinstrument. Die weitere Rolle des Streichinstruments in der Kammermusik wird bei Musik im Riesen 2012 anhand von Kompositionen von Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Zóltan Kodály, Béla Bártok, Tōru Takemitsu und der jungen, estnischen Komponistin Helena Tulve erzählt, die im Auftrag der Swarovski Kristallwelten und von Alois Lageder/VIN-o-TON ein Werk für Klavier, Klarinette und Violoncello geschrieben hat. Als Interpreten begrüßt Musik im Riesen neben Alban Gerhardt die Brüder Thomas und Patrick Demenga, die Cellisten des Tokyo und des Emerson String Quartet, Clive Greensmith und David Finckel.

Jazz, World Music und Improvisation
Auch der britische Grenzgänger Matthew Barley setzt das Cello als Instrument der Jazz- und Weltmusik in Szene. Zusammen mit seiner Ehefrau Viktoria Mullova, dem Jazzpianisten Julian Joseph und den Percussionisten Paul Clarvis und Sam Walton hat der Interpret und Improvisator zwei Projekte ins Leben gerufen, die mit Inspiration und Leichtigkeit verschiedene Genres miteinander verbinden: Mit „The Peasant Girl“ spüren die fünf Musiker dem Einfluss der Roma und Sinti auf Klassik, Volksmusik und Jazz im 20. Jahrhundert nach, während „Dance of the Three Legged Elephants“ – in der Besetzung Klavier und Violoncello – dem Jazz und der lateinamerikanischen Musik zugeneigt ist und viel Raum für Improvisation und damit für leidenschaftliches Musizieren bietet.

Schmerz und Freude
Die Vielfalt des Ausdrucks in der notierten Musik wird in drei weiteren Konzerten spürbar. Tiefes religiöses Empfinden bestimmt das Konzert der Cellisten Thomas und Patrick Demenga und des Akkordeonisten Luka Juhart am 15. Mai 2012 in der Laurentiuskirche Wattens, in dessen Zentrum Alexander Knaifels Werk „Lux Aeterna“ steht. Weit weniger ernst gibt sich der kanadische Pianist Louis Lortie in seinem Recital am 13. Mai 2012. Seine Auswahl von „Humoresken“ umfasst Werke von Johann Sebastian Bach, Robert Schumann, Hugo Wolf und anderen – kleine Spielereien und detailliert ausgeführte Werke, die technische Meisterschaft ebenso einfordern wie eine gewisse heitere Gelassenheit der Interpretation. Das Emerson String Quartet zeichnet zum Festivalabschluss den Weg der Emigration aus der Alten in die Neue Welt nach – mit allen Freuden, die eine Reise in die Fremde verspricht, und allen Leiden, die mit ihr verbunden sein können.

Die Auftritte des Emerson und des Tokyo String Quartet, zwei seit vielen Jahren für die Gattung prägende Ensembles, knüpfen schließlich an eine Programmlinie an, die vor allem 2011 breiten Raum im Festivalprogramm eingenommen hat, nämlich die Geschichte des Streichquartetts: Das Emerson String Quartet eröffnet sein Konzert mit Beethovens letztem Werk für diese Besetzung, das Tokyo String Quartet spielt am 12. Mai 2012 Quartette von Béla Bartók und Tōru Takemitsu sowie das Klavierquintett f-Moll op. 34 von Johannes Brahms.

Einführungsgespräche
Als Pianist des Klavierquintetts fungiert Louis Lortie, der neben Helena Tulve und Matthew Barley auch Gast der erstmals stattfindenden Einführungsgespräche in der Eingangshalle der Swarovski Kristallwelten sein wird. Diese finden an drei Abenden jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn statt und werden von der Ö1-Redakteurin Renate Burtscher und dem künstlerischen Leiter des Festivals, Thomas Larcher, moderiert.

Kunst – Kulinarium – Konzert
Die stilvolle Umrahmung von Musik im Riesen bildet am 12., 13., 14. und 16. Mai 2012 das Package „Kunst – Kulinarium – Konzert“, in dem Gaumenfreuden, Kunst- und Hörgenuss harmonisch aufeinander abgestimmt sind. Die anspruchsvolle Abendveranstaltung kostet 90,– Euro (ermäßigt: 85,- Euro) exklusive Getränke und beginnt jeweils um 17 Uhr unter dem Eingangszelt der Swarovski Kristallwelten. Nach einem Aperitif entdecken Besucher in einem fachkundig geführten Rundgang die Kunstschätze der Wunderkammern und werden anschließend mit einem dreigängigen Menü verwöhnt. Der kunstvolle Abend klingt mit einem Konzert von Musik im Riesen aus. (d. swarovski tourism services gmbh)



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