12. März 2012, Deutsche Bahn

Künstliche DNA gegen Buntmetalldiebstahl bei der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn AG setzt im Jahr 2012 im Kampf gegen den Buntmetalldiebstahl verstärkt auf den Einsatz künstlicher DNA. Auf der Strecke zum neuen Berliner Flughafen wird jetzt die neue Technik eingesetzt und so diese besonders sensible Strecke geschützt. Im brandenburgischen Schönefeld hat die DB mit der entsprechenden Markierung begonnen, weitere Markierungsarbeiten sind in diesem Jahr bundesweit geplant

„Wir markieren Kabel oder andere Metallteile an neuralgischen Punkten mit künstlicher DNA. So lassen sie sich als Eigentum der DB identifizieren und der Weiterverkauf gestohlener Kabel wird unmöglich. Damit machen wir den Kriminellen die Arbeit deutlich schwerer“, sagte Prof. Gerd Neubeck, Leiter Konzernsicherheit der Deutschen Bahn AG.

Im Jahr 2011 wurden bei der DB rund 3.000 Buntmetalldiebstähle gezählt, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark war der Anstieg im ersten Halbjahr. Seit die DB im Juni bundesweit mit den Markierungsarbeiten begonnen hat, ist eine Trendwende zu verzeichnen.

Die regionalen Schwerpunkte der Buntmetalldiebstähle liegen vor allen in Ostdeutschland, in Niedersachsen und im Ruhrgebiet. In den Ländern Berlin und Brandenburg wurden 2011 762 Buntmetalldiebstähle gezählt. Um die Bahnanlagen für einen reibungslosen Zugverkehr wieder herzustellen, musste die DB im Raum Berlin/Brandenburg im letzten Jahr rund vier Millionen Euro aufwenden.

Neben dem Einsatz künstlicher DNA setzt die DB auch auf den verstärkten Einsatz von Sicherheitspersonal und die intensive Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und dem Verband Deutscher Metallhändler (VDM). Neubeck: „Kabeldiebstahl wird sich bald in vielen Teilen Berlins und Brandenburgs und auch bundesweit an Bahnanlagen nicht mehr lohnen. Das Täterrisiko der Überführung ist mit der neuen Technik enorm gestiegen.“

Die Markierung von Kabeln mit künstlicher DNA ist für das bloße Auge nicht sichtbar. Die Substanz lässt sich nur mit speziellem UV-Licht nachweisen. Ein einziges DNA-Molekül reicht aus, um gestohlene Kabel zu identifizieren und damit eine Straftat nachzuweisen beziehungsweise den Täter zu überführen und juristisch zu belangen. Die Kabel werden sowohl äußerlich als auch unterhalb der Isolierschicht mithilfe spezieller Instrumente mit der künstlichen DNA versehen. Die Flüssigkeit enthält auch Komponenten in Form von codierten mikroskopisch kleinen Metallplättchen (Durchmesser rund 400 μm). Diese ermöglichen die exakte Lokalisierung und Identifizierung eines definierten Abschnitts der Kabelstrecke. Jeglicher Kontakt mit den Kabeln birgt für den Täter das Risiko, sich selbst mit der Markierung zu „kontaminieren“ und die DNA-Spuren bleiben langfristig nachweisbar. Polizei oder Schrotthändler werden durch die DB technisch in die Lage versetzt, sowohl die künstliche DNA als auch die Metallplättchen auszulesen. (DB)



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