19. April 2012, Gambia

Set Settal: Gambia räumt auf

Zum Frühlingsanfang wird hierzulande in vielen Haushalten eine große Putz-Aktion gestartet, in Gambia dagegen wird regelmäßig und kollektiv der Staubwedel geschwungen. Jeden letzten Samstag im Monat wird in dem kleinen Staat im westen Afrikas der Cleaning Day ausgerufen – lokal bekannt als Set Settal. An diesem Tag sind die Gambier in der Hauptstadt Banjul zwischen 9:00 und 13:00 Uhr dazu aufgerufen, freiwillig für Ordnung und Sauberkeit in ihrem Haus, der Arbeitsstätte, auf den Straßen und in öffentlichen Bereichen zu sorgen.

Initiiert vom Staatspräsidenten Yahya Jammeh, fand der Cleaning Day erstmalig 2004 statt. Heute wird das kollektive Großreinemachen von der National Environment Agency (NEA), der nationalen Umweltbehörde, ausgerufen, um zur Verbesserung des Straßenbildes und der Müll-Situation beizutragen. In diesen vier Stunden ist die private Nutzung von Fahrzeugen untersagt, es fahren keine Taxis oder Busse, nicht einmal private Flugzeuge dürfen fliegen. Nur Fahrzeuge der Sicherheitskräfte, der Regierung oder Fahrzeuge mit Sondererlaubnis dürfen die Straßen nutzen, beispielsweise die Müllabfuhr.

Der allgemeine Putztag dient neben der optischen Verschönerung des Stadtbildes auch der Vermeidung der Entstehung von Brutherden für zahlreiche Krankheitserreger wie Malaria oder Durchfallerkrankungen. Sind die Rinnsteine von Schmutz und Unrat befreit, kann das Regenwasser abfließen, es kommt zu keinen Stauungen oder Überschwemmungen, die ideale Brutstätten für Moskitos oder ähnliches sind. Besonders wichtig ist diese Vorsorge in der Regenzeit von Mitte Juni bis Mitte Oktober. Der Cleaning Day ist ein Teil des nationalen Malaria Control Programms. (FVA Gambia)



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