11. Mai 2012, Lübeck

Lübecker Seeadler mit illegalem Insektizid vergiftet

Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF konnte die Vergiftung mit Carbofuran nun als Todesursache festgestellt werden. Das Toxikologische Institut der Universität Göttingen teilte jetzt mit, dass das Gift in der Magenschleimhaut nachweisen wurde. Carbofuran ist ein starkes Nervengift, das im gewerblichen Pflanzenbau als Insektizid eingesetzt wurde. Vergiftete Tiere sterben an einem akuten Herz-Kreislauf-Versagen. Die Zulassung des hochtoxischen Stoffes ist 2008 in der EU erloschen. Auch in Deutschland sind der Besitz, die Weitergabe und die Anwendung strafbar. WWF-Projektleiter Thomas Neumann: „Trotzdem wird dieser Stoff europaweit in der illegalen Verfolgung von Greifvögel und Raubsäugern eingesetzt. Aktuell sind z.B. 2011 in Dänemark und 2012 in Österreich Fälle von Seeadlervergiftungen mit Carbofuran bekannt geworden.“

Hintergrund
Mitarbeiter der WWF-Projektgruppe Seeadlerschutz hatten das tote Seeadlerpärchen am 21. April in ihrem Brutrevier im Lübecker Stadtforst aufgefunden, als sie eigentlich den Bruterfolg der Adler kontrollieren wollten und keinerlei Lebenszeichen am Horst feststellten. Sie untersuchten das Gelände und fanden die beiden Brutvögel auf dem Rücken liegend neben dem Horst. Der WWF hat für Hinweise, die zur Überführung der/des Täters führen, eine Belohnung von 3.000 Euro ausgelobt. (WWF)



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen





Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Beiträge zum Thema: