31. Mai 2012, Manitoba

Kathedralen und Kirchen in der Prärie Kanadas

Schimmernde Kuppeln und beeindruckende Fassaden sind markante Punkte in den Städten und Landschaften der kanadischen Provinz Manitobas. Sie werden mehr und mehr zu gefragten Sehenswürdigkeiten wie die „Church of the Resurrection“ (Kirche der Auferstehung) in Dauphin mit ihren Deckengemälden.

Vor rund 200 Jahren brauchten Pioniere und Einwanderer Mut, Überlebenswillen und viel Gottvertrauen, um sich eine neue Existenz außerhalb Europas in der kanadischen Wildnis mit der Unerbittlichkeit des rauen Klimas aufzubauen. Das Klima der Prärie ist geprägt durch heiße und trockene Sommer sowie lange und kalte Winter. Unter diesen Bedingungen, wie sie die neuen Bewohner nie zuvor erlebt hatten, rangen sie der ursprünglichen Prärie und dem Kanadischen Schild Acker- und Weideland ab, erbauten Dörfer und Städte und errichteten auch dauerhafte Zeichen ihres Glaubens – von winzigen Kirchen, die mit reich verzierten Ikonen herrlich geschmückt wurden, bis zu großen Kathedralen aus Stein wie St. Boniface in Winnipeg.

Viele dieser Glaubenssymbole sind perfekt erhalten geblieben und werden auch heute noch als lebendige Orte des Glaubens und als Monumente zur Erinnerung an die ersten unerschrockenen Einwanderer genutzt.

Hier eine kleine Auswahl an Gotteshäusern, die sehenswert sind:
Ukrainisch-Katholische Auferstehungskirche: Unerreicht unter den im traditionellen, ukrainischen Stil erbauten Kirchen Manitobas, ist dieses Gotteshaus in Dauphin, der Hauptstadt der ukrainisch-stämmigen Kanadier. Die Kirche erinnert an den frühen Kirchenbaustil Kiews, der sonst nur in der Ukraine zu finden ist. Erbaut von 1936 bis 1939 von Father Phillip Ruh, erhielt der urkainische Ikonograf Theodore Baran 1957 den Auftrag, das Innere der Kirche zu gestalten.

Römisch-Katholische Kathedrale St. Boniface: Sie ist die älteste Kathedrale in Westkanada und liegt in Winnipeg mitten im französisch geprägten Stadtteil St. Boniface. Ursprünglich stand hier eine im Jahre 1818 errichtete Holzkirche, die durch ein Feuer zerstört wurde. Mehrmals wurden am selben Platz neue Kirchen erbaut. 1968 brannte es mal wieder und die 1906 erbaute Kathedrale wurde bis auf die Fassade mit einem riesigen Fensterloch (das ehemalige Rosenfenster) und ein Teil der Außenmauern in Schutt und Asche gelegt. Heute steht eine schlichte Kirche mit bunten Fenstern, die zum Teil die Geschichte des heiligen Bonifatius darstellen, hinter den Resten der großen Kathedrale von 1906.

Ukrainisch-Katholische Kathedrale St. Valdimir und St. Olga: Diese Kirche im byzantinischen Stil bringt Exotik und Eleganz in den Stadtteil North End von Winnipeg. Die bunten Bleiglasfenster der Kirche wurden von dem aus Winnipeg stammenden Künstler Leo Mol geschaffen und zeigen anschaulich die Geschichte der Ukraine.

Anglikanische Kirche St. Andrew’s-on-the-Red: Sie ist die älteste aus Stein gebaute Kirche Westkanadas und wurde zwischen 1845 und 1849 in St. Andrews am Red River erbaut. Auch heute wird sie noch für Gottesdienste genutzt. Diese Kirche im neugotischen Stil hat massive Steinwände. Das südlich der Kirche gelegene historische Pfarrhaus St. Andrew Rectory ist bekannt für seine typische Red-River- Architektur aus Kalkstein (erbaut um 1852).

Ukrainisch-Katholische Kirche zur Unbefleckten Empfängnis mit Lourdes-Grotte: Die wuchtige Kirche in der kleinen Gemeinde Cooks Creek hat die für ukrainische Kirchen charakteristischen Türme mit Zwiebelhauben. Daneben befindet sich eine weitläufige Grotte aus Kunststein, die von einem Priester und seinen Gemeindemitgliedern eigenhändig erbaut wurde.

Rumänisch-Orthodoxe Pionier-Kirche St. Elias: In der Nähe von Inglis in der Parkland-Region steht diese älteste rumänische Kirche Manitobas. Ein winziges Gebäude, das von rumänischen Pionieren 1908 erbaut und 1979 restauriert wurde.

Lutherische Frelsis-Kirche in Grund: In der Nähe von Baldur wurde die Freiheits-Kirche (Frelsis = Freiheit) 1889 von Einwanderern isländischer Abstammung erbaut. Sie ist die älteste, lutherische Kirche Kanadas. Die Holzkonstruktion hat Spitzbogenfenster und filigranes Flechtwerk an den Fenstern des Turms. In der Nähe befindet sich die 1910 erbaute Frikirju Church.

Weitere Informationen zur Manitoba findet man unter: www.travelmanitoa.com. (Travel Manitoba)



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