5. Juni 2012, Hotels, Reisebranche

TÜV Rheinland prüft Hotelsicherheit

Knapp 61 Milliarden Euro gaben die Deutschen im letzten Jahr für Reisen aus und gelten damit als reiselustigstes Volk Europas. Doch der ersehnte Traumurlaub wird schnell zum Alptraum-Trip, wenn Sicherheit oder Qualität in der Hotelanlage zu wünschen übrig lassen. „Darum schauen wir als unparteiische Sachverständige genau hin“, versichert Olaf Seiche, TÜV Rheinland-Experte für Touristik und erklärt: „Neben unseren Hotelbegehungen prüfen wir auch das Management. Denn häufig haben die Hotelbetreiber kaum ein Bewusstsein für Gefahrenquellen.“ Seiche erinnert sich an ein Beispiel, bei dem in einer Anlage alle Pool-Absauggitter abgeschraubt waren: „Der Sog durch die Löcher hatte einen enorm hohen Wert und kann zu einer lebensbedrohenden Falle zum Beispiel für kleinere Kinder werden. Allerdings funktionierte die Wasserrutsche nicht mit den Gittern, da diese den Sog reduzierten. Dem Hotel war hier die intakte Rutsche wichtiger als die Sicherheit der Gäste.“

Aber nicht nur der Pool selbst kann zur gefährlichen Falle werden. „Heimtückisch ist Strom in Form offenliegender Kabel im Bereich eines Pools, deren Verlängerungskabel über nasse Flächen führen“, erläutert der TÜV Rheinland-Experte. Ebenso kritisch sind zu niedrige Balkonbrüstungen, Stolperfallen wie Gruben und Schwellen oder fehlende Fluchtwege. Sogar Pflanzen können in einigen Regionen der Welt zu einem Risikofaktor speziell für Kinder werden. „Die in Südwesteuropa, der Karibik sowie Nord- und Südamerika beliebten Agaven beispielsweise haben spitze Dorne und gezahnte Blätter. Hier besteht Verletzungsgefahr beim Spielen, und wir empfehlen den Hotelbetreibern daher, Blumen oder andere Gewächse als Abstandhalter um die Agaven herum zu pflanzen“, so Seiche.

An einem neuen Prüfzeichen erkennen künftig Urlauber, welche Hotels von TÜV Rheinland auf mehr als 200 Sicherheitskriterien geprüft wurden – und den Safety-Check bestanden haben. „Bisher ist es in TUI-Family-Katalogen zu finden, mit weiteren Veranstaltern ist TÜV Rheinland im Gespräch“, kommentiert der TÜV Rheinland-Experte Olaf Seiche. (TÜV Rheinland)



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