8. Juni 2012, Deutsche Bahn

Güterfähre zwischen Sassnitz und Ust Luga in Russland

Seit dem 8. Juni 2012 besteht zwischen dem Fährhafen Sassnitz auf Rügen und dem neuen russischen Tiefseehafen Ust Luga bei Sankt Petersburg eine regelmäßige Fährverbindung für den Güterverkehr.

Das Startsignal gab Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in ihrer Eigenschaft als Bundestagsabgeordnete zusammen mit Wladimir Jakunin, Präsident der Russischen Eisenbahn (RZD), Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, und Volker Schlotmann, Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern. Die Bundeskanzlerin vertritt als Bundestagsabgeordnete die Insel Rügen, die Hansestadt Stralsund und den Landkreis Nordvorpommern im Deutschen Bundestag.

Auf der Fahrt von Ust Luga nach Sassnitz hat die Fähre bereits 49 Waggons der RZD befördert, die unter anderem mit chemischen Gütern beladen sind und im Fährhafen umgeschlagen werden.

Verladen wurde ein Elektro-Triebzug vom Typ Desiro-RUS, den Siemens an die RZD liefert. Die Organisation des gesamten Transportes vom Werk in Krefeld bis zum Depot der RZD bei Sankt Petersburg liegt in den Händen von DB Schenker. Da die Züge für die russische Breitspur gebaut werden, können sie nicht auf der Schiene zum Fährhafen rollen.

Die Spezialisten von DB Schenker haben daher als effizientesten Weg folgende Transportkette entwickelt: Mit dem Tieflader auf der Straße zum Krefelder Rheinhafen – per Binnenschiff bis Amsterdam – mit dem Seeschiff bis Sassnitz/Mukran – mit dem Kran auf einen Spezial-Lkw mit integrierter Breitspur-Schiene – über eine Rampe auf die Breitspurgleise des Hafens – auf dem Gleis auf das Unterdeck der Fähre – mit der Fähre nach Ust Luga. Von dort werden die Züge auf der Schiene zum Depot „Metallostroy“ der RZD gezogen, wo sie von der RZD übernommen werden.

Die RZD hat insgesamt 38 der fünfteiligen Desiro-Züge bestellt, die in den nächsten anderthalb Jahren geliefert werden. Sie sind unter dem Namen Lastotschka (Schwalbe) für den Regionalverkehr während der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi vorgesehen.

Die Fähre Petersburg wurde 1985 in Wismar gebaut und war zu dieser Zeit mit 190 Metern Länge und 28 Metern Breite die größte Zweideck-Eisenbahnfähre der Welt. Eigner ist die Black Sea Ferry & Investments, eine 51-prozentige Tochter der RZD. Das Schiff kann Eisenbahnfahrzeuge, Lkw und Trailer transportieren. Die Fahrt von Hafen zu Hafen über 660 Seemeilen (1222 km) dauert 38 Stunden.

Der Fährhafen Sassnitz ist der größte Eisenbahn-Fährhafen Deutschlands. Im Hafen- und Bahnhofsbereich stehen insgesamt 30 km Breitspurgleise (1520 mm) und 60 km Gleise in Normalspur (1435 mm) zur Verfügung. Damit ist Sassnitz-Mukran der einzige Hafenstandort Europas, bei dem Eisenbahnwaggons mit Breitspur umgeschlagen werden können. Der Hafenstandort bietet regelmäßige und hoch frequentierte Fährverbindungen nach Trelleborg (Schweden), Rønne (Dänemark), Klaipeda (Litauen), Ventspils (Lettland), Ust Luga und Sankt Petersburg (Russland) an. (DB)



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