8. Juni 2012, Flughafen München

Initiative „Gute Arbeit“ am Flughafen München

Seit seiner Eröffnung im Jahres 1992 verzeichnet der Flughafen München einen kontinuierlichen Anstieg der Passagierzahlen und belegte 2011 erstmals Platz 6 unter den zehn passagierstärksten Flughäfen Europas. In dieser Zeit hat sich der Airport zu einem verlässlichen „Jobmotor“ entwickelt und ist mit über 30.000 Beschäftigten bei mehr als 550 Unternehmen zu einer der größten Arbeitsstätten Bayerns aufgestiegen. Größte Arbeitgeber sind die Deutsche Lufthansa mit mehr als 10.000 und die Flughafen München GmbH (FMG) mit mehr als 7.200 Beschäftigten.

Angesichts anstehender Infrastrukturprojekte wie dem Bau eines Satellitengebäudes für das Terminal 2 sowie der geplanten dritten Start- und Landebahn rechnet die FMG in den nächsten Jahren mit einem weiteren Anstieg der Beschäftigtenzahlen am Flughafen um rund 11.000 auf rund 41.000. Darüber hinaus entsteht durch die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen dem Airport und der Region mit jedem Arbeitsplatz am Flughafen ein weiterer Arbeitsplatz im Großraum München.

Die FMG und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wollen sich angesichts dieser positiven Entwicklung gemeinsam dafür einsetzen, dass Arbeitsverhältnisse am Airport einen verbindlichen Standard für „Gute Arbeit“ erfüllen. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung wird es zunehmend schwieriger, zusätzliche Arbeitskräfte zu rekrutieren. Umso wichtiger ist es, attraktive Rahmenbedingungen für bestehende aber auch künftige Arbeitsverhältnisse am Münchner Flughafen zu schaffen.

Die zwischen FMG und ver.di jetzt vereinbarten Standards für „Gute Arbeit“ sollen eine wegweisende Orientierung bieten. FMG und ver.di bekennen sich damit unter anderem zu der wichtigen Rolle der Betriebsräte als Interessensvertreter der Beschäftigten sowie zu Tarifverträgen mit kollektiver Gestaltung von Arbeitseinkommen und Beschäftigungsbedingungen. Überlassene Arbeitnehmer sollen zu vergleichbaren Beschäftigungsbedingungen wie das Stammpersonal eingesetzt werden. Die Arbeitsbedingungen sind so zu gestalten, dass sie einen dauerhaften Erhalt der Gesundheit ermöglichen. Darüber hinaus sollte ein freiwilliger Mindestlohn gezahlt werden, der „Gute Arbeit“ angemessen vergütet.
Für Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh hat die Vereinbarung Vorbild-Charakter: „Die FMG hat sich bereits in der Vergangenheit einen Namen als soziales und verantwortungsbewusstes Unternehmen gemacht. So wird hier sowohl im Mutterkonzern auch als bei unseren Töchtern ausschließlich nach Tarif bezahlt. Jetzt geht es darum, dass möglichst alle am Flughafen München ansässigen Unternehmen die mit der Gewerkschaft gemeinsam erarbeiteten Standards übernehmen und so zur Schaffung weiterer qualitativ hochwertiger Arbeitsplätze am Flughafen beitragen.“ Der Münchner ver.di-Geschäftsführer Heinrich Birner lobte den engen Schulterschluss mit der Flughafen München GmbH: „Wir finden es ausgesprochen gut, dass die FMG zusammen mit unserer Gewerkschaft eine Vorreiterrolle auch hinsichtlich ihrer sozialen Verantwortung für die Belange der Arbeitnehmer einnimmt.“ (Flughafen München)



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