18. Juni 2012, Verkehr

Baustellen auf Autobahnen bergen erhöhtes Unfallrisiko

In den nächsten Tagen und Wochen starten Millionen Deutsche mit dem Auto in die Ferien. Dann wird es eng auf den Autobahnen und im Bereich von Baustellen wird es besonders gefährlich. Baustellen auf Autobahnen fallen häufig durch ein überdurchschnittliches Unfallgeschehen auf. Darauf weist der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) zur bevorstehenden Reisewelle hin.

Der Baustellenbeginn und das Baustellenende sind besondere Problembereiche hinsichtlich der Verkehrssicherheit. Durch die einheitliche Gestaltung des gesamten Baustellenbereiches könnten Unfälle durch Auffahren oder Abkommen von der Fahrbahn vermindert werden. Deshalb empfiehlt der DVR, Baustellen so einzurichten, dass sie mit einer Regelgeschwindigkeit von 80 km/h befahren werden können.

Ein Problem ist in einigen Baustellen die geringe Breite des linken Fahrstreifens, der nur von Fahrzeugen mit einer Breite von maximal zwei Metern befahren werden darf. Neue Pkw sind inklusive Außenspiegeln inzwischen überwiegend breiter als zwei Meter. Um einen sicheren Betrieb einer Baustelle bei 80 km/h zu gewährleisten, sollten die linken Fahrstreifen mindestens 2,70 Meter breit sein, in Ausnahmefällen 2,60 Meter. Rechte Fahrstreifen sollten mindestens 3,25 Meter breit sein. „Sind diese Mindestbreiten nicht einzuhalten, ist eine geringere zulässige Höchstgeschwindigkeit von maximal 60 km/h anzuordnen“, erläutert DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf.

Die Empfehlung zum versetzten Fahren trägt zusätzlich zu einer Verbesserung der Sicherheit bei. Am Baustellenbeginn sollte zudem verstärkt die zulässige Höchstgeschwindigkeit überwacht werden. Die Überwachungsstandorte sollten gut erkennbar sein und im Vorfeld angekündigt werden.

In besonderen Gefahrenbereichen sollte fluoreszierende gelbgrüne Reflexfolie als Grundfolie verwendet werden. Zu diesen Gefahrenbereichen zählen zum Beispiel extreme Fahrstreifenverschwenkungen und Engstellen innerhalb der Baustelle.

Im gesamten Baustellenbereich sollten Pfeilbaken zum Einsatz kommen, Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen immer in ausreichender Länge eingerichtet werden. Am Baustellenende sollte die Geschwindigkeitsbeschränkung stufenweise aufgehoben und gleichzeitig Überholverbote für den Schwerverkehr verlängert werden.

Ferner wird empfohlen, Fahrerassistenzsysteme und Telematik-Anwendungen weiterzuentwickeln und auf ihre Wirkungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in Autobahnbaustellen hin zu untersuchen. Nach Klärung rechtlicher Grundlagen könnte auch die Geschwindigkeitsüberwachung durch „Section Control“ in Verbindung mit transparenter Information der Verkehrsteilnehmer zu einer angemessenen Geschwindigkeit und damit zu einer Verbesserung der Verkehrssicherheit in Baustellen beitragen.

Darüber hinaus appelliert der DVR-Präsident an die Verkehrsteilnehmer, aufmerksam zu sein: „Der Fahrbahnverlauf und Veränderungen der Verkehrsführung müssen rechtzeitig erkannt werden, so dass Geschwindigkeit und Fahrverhalten entsprechend angepasst werden können.“ (DVR)



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