22. Juni 2012, China

Tiger zurück in China

Eine Kamerafalle der Umweltschutzorganisation WWF hat in dem nordostchinesischen Wangqing-Reservat erstmals einen Amur-Tiger fotografiert. Derzeit vergleichen Experten die jüngsten Aufnahmen mit Fotobelegen aus der Nachbarregion Hunchun, um herauszufinden, ob es sich um das gleiche Tier handelt. „Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass sowohl Tiger als auch Leoparden langsam aber beständig ihren ehemaligen Lebensraum in China zurückerobern“, erklärt Markus Radday. Zwar sei es noch viel zu früh, von einer stabilen, chinesischen Tigerpopulation zu sprechen, doch die Indikatoren hierfür seien vielversprechend.

Um die seltenen Großkatzen besser schützen zu können und Mensch-Tiger-Konflikte zu vermeiden, werden zahlreiche Informationen über Bestandsgröße, Territorien, Beutetierpopulationen und Wanderrouten benötigt. Infrarotgesteuerte Kamerafallen, die durch Körperwärme aktiviert werden, sind daher eines der wichtigsten Werkzeuge, um in unwägbarem Gelände Tiger zu beobachten. Dank detailreicher Aufnahmen können sogar einzelne Individuen identifiziert werden. Ziel ist es, ein möglichst flächendeckendes Monitoring in der Region etablieren.

Die aktuellen Aufnahmen eines ausgewachsenen Amur-Tigers im Wangqing-Reservat stammen von Anfang April 2012 und wurden bei der Datenauswertung vor wenigen Tagen entdeckt. Installiert wurde die Kamerafalle Mitte März 2012. Nach WWF-Angaben gibt es derzeit noch rund 450 bis 500 Amur-Tiger. Eine stabile Population der Tiere, deren historisches Verbreitungsgebiet sich über das gesamte, nord-östliche Asien erstreckte und bis auf die koreanische Halbinsel reichte, findet sich jedoch nur noch auf russischem Staatsgebiet. (WWF)



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