29. Juni 2012, Polen

Fußball EM 2012: 600.000 Gäste besuchten Polen

Das von manchen prophezeite Chaos blieb aus, Offizielle und Fans lobten die gute Organisation und die Stimmung im Gastgeberland Polen. „Die EURO 2012 ist aus unserer Sicht rundum gelungen“, freut sich auch der Direktor des Polnischen Fremdenverkehrsamtes, Jan Wawrzyniak. Nach vorläufigen Schätzungen besuchten rund 600.000 Gäste aus 110 Ländern Polen zur EURO 2012.

Etwa 650.000 Zuschauer genossen die Spiele in den vier polnischen EM-Stadien in Warszawa (Warschau), Gdańsk (Danzig), Poznań (Posen) und Wrocław (Breslau). In den offiziellen Fanzonen dieser vier Städte und in Kraków (Krakau) zählte man bis zum Halbfinalspiel Deutschland-Italien insgesamt rund 2,9 Millionen Menschen, davon allein rund 1,2 Millionen in der Hauptstadt Warschau. Das sind deutlich mehr als bei der vorangegangenen Europameisterschaft: 2008 besuchten im Gastgeberland Österreich rund 1,5 Millionen Menschen die Fanzonen und in der Schweiz waren es 2,4 Millionen.

Die meisten Zuschauer zählte man am 16. Juni, dem letzten Spieltag der Gruppe A. Fast 400.000 Menschen füllten an diesem Tag die Fanzonen der fünf Städte. Sie mussten erleben, wie das polnische Team in der Vorrunde ausschied. Trotz der Enttäuschung über das frühe Ausscheiden ihrer Mannschaft verfolgten viele Polen auch in den Tagen danach mit Begeisterung die Spiele in ihrem Land.

Nach Angaben der Gesellschaft PL2012, die für die Vorbereitung der EM in Polen zuständig war, reisten viele ausländische Fans zu den Spielen nach Polen. Allein in Posen verfolgten etwa 70.0000 Iren die Spiele ihrer Mannschaft gegen Italien und Kroatien. Danzig zählte während der Spiele rund 150.000 ausländische Schlachtenbummler. Deutsche Fans kamen vor allem zu den entscheidenden Spielen ihres Teams während des Viertelfinales gegen Griechenland in Danzig und während des Halbfinales gegen Italien in Warschau.

Die ausländischen Fans zeigten sich begeistert von der Atmosphäre und der Organisation der EURO 2012 in Polen. Insgesamt 4.000 ausländische Besucher wurden in den vier Spielorten im Auftrag der Gesellschaft PL2012 befragt. Rund 92 Prozent von ihnen gaben an, dass sie nach ihrer Rückkehr ihren Freunden einen Besuch in Polen empfehlen würden. Und zu 80 Prozent wollen auch selbst nach den Spielen noch einmal nach Polen reisen. Rund 92 Prozent der Befragten waren positiv beeindruckt von der Atmosphäre im Gastgeberland Polen, 85 Prozent waren zufrieden oder sehr zufrieden mit der gesamten Organisation des Turniers. Über 85 Prozent der Befragten fühlten sich während der Spiele in Polen sicher oder sehr sicher.

Von den unschönen Szenen während des Vorrundenspiels zwischen Polen und Russland abgesehen, gab es während des gesamten Turniers keine größeren Zwischenfälle. Insgesamt 126 Vorfälle wurden bis zum Abschluss der Halbfinal-Runde in Polen registriert, dabei gab es rund 600 Festnahmen. Auch medizinische Hilfe war in den Stadien und Fanzonen nur selten erforderlich. Keine besonderen Probleme gab es bei der Organisation des Transports. Auf den Flughäfen Polens zählte man mehr als 3.500 zusätzliche Starts und Landungen im Zusammenhang mit der EURO 2012. Auch bei der Bahn hielten sich trotz zahlreicher Sonderzüge und voller Abteile die Verspätungen in Grenzen. Weitgehend reibungslos verlief auch der Grenzübertritt zwischen den beiden Gastgeberländern Polen und Ukraine.

So lobten auch die Offiziellen der UEFA die Spiele in Polen. Martin Kallen, Direktor des Turniers, zeigte sich in einer Pressekonferenz sehr zufrieden mit der Organisation und empfahl Polen auch für andere hochkarätige Events wie Endspiele in der Europe-League. Und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach meinte zum Gastgeberland Polen: „Alles ist perfekt und die Atmosphäre ist wunderbar hier.“ Alle Zweifel bezüglich der Organisation des Turniers hätten sich als unberechtigt herausgestellt, betonte er.

Polen hat sich für weitere sportliche Großereignisse empfohlen. Bereits 2014 wird hier die Volleyball-Weltmeisterschaft der Männer ausgetragen, zwei Jahre später folgt die Europameisterschaft im Handball der Männer. Durch die Organisation der Fußball-Europameisterschaft hat Polen nach Einschätzung vieler internationaler Kommentatoren sein Image deutlich verbessert. „Hunderte Millionen Menschen haben durch die Berichte über die EURO 2012 Polen als attraktives Reiseland kennengelernt“, betont Jan Wawrzyniak, der Direktor des Polnischen Fremdenverkehrsamtes. Durch steigende Besucherzahlen in den nächsten Jahren werde sich der Aufwand für die Fußball-EM auszahlen, vermutet er. (FVA Polen)



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