18. Juli 2012, Polen

Waldoper im Seebad Sopot wird nach Sanierung wieder eröffnet

Nach fast dreijähriger Sanierung öffnet die legendäre Waldoper im polnischen Seebad Sopot (Zoppot) wieder ihre Pforten. Am 21. Juli 2012 können Bewohner und Gäste der Stadt das Schmuckstück bei einem Tag der offenen Tür wieder in Besitz nehmen. Die Oper war 1909 eröffnet worden und trug durch ihre Wagner-Inszenierungen später zum Ruf von Zoppot als „Bayreuth des Nordens“ bei.

Am 28. Juli 2012 findet die feierliche Eröffnung mit einer Revue unter dem Titel „Sopot Art Opera“ statt. Sie soll einen Gang durch die mehr als 100-jährige Geschichte der legendären Spielstätte mit neuester elektronischer Technologie und Spezialeffekten verbinden. Am 2. August soll bereits die Reihe „Sopot Classic“ beginnen. Das Eröffnungskonzert ist gleichzeitig die Feier zum 30-jährigen Jubiläum der Kammerphilharmonie von Sopot, die in der Waldoper ihren Sitz hat. Die Veranstaltung ist dem polnischen Komponisten Wojciech Kilar gewidmet, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert.
Die Renovierung der traditionsreichen Spielstätte im Wald bei Sopot kostete rund 17 Millionen Euro und wurde mit Geldern der Europäischen Union gefördert. Unter anderem wurde die gesamte Anlage neu überdacht. Die Sitzplätze wurden erneuert, rund 1.000 Plätze entstanden neu, darunter auch 99 Plätze für Behinderte. Insgesamt fasst die Waldoper nun bis zu 6.000 Gäste. Entstanden ist auch eine neue Künstlergarderobe.

Mit der romantischen Oper „Das Nachtlager in Granada“ von Conradin Kreutzer war die Spielstätte am Abend des 11. August 1909 eröffnet worden. International bekannt wurde die Waldoper durch ihre Wagner-Inszenierungen, die im Jahr 1922 mit der Aufführung des „Siegfried“ begannen. Grandiose Kulissen und die besten Künstler aus den deutschsprachigen Opernhäusern garantierten den Erfolg. Mit dem Beginn des Nationalsozialismus wurde die Kunst immer mehr in den Dienst der Propaganda gestellt. Bis 1942 gingen die Wagner-Aufführungen im Wald von Zoppot weiter.

Schon kurz nach Kriegsende – aus Zoppot war inzwischen Sopot geworden – fanden bereits wieder die ersten Aufführungen statt. Aber erst ab 1961 knüpfte die Waldoper wieder an ihre frühere Bedeutung an. Władysław Szpilman, der von Roman Polański später porträtierte Pianist aus dem Warschauer Getto, rief das Internationale Liederfestival von Sopot ins Leben. Seit den 1970er Jahren kamen immer mehr internationale Stars in das polnische Seebad. Whitney Houston, Bryan Adams, Elton John und Norah Jones fanden den Weg zum Sopot-Festival. Seit 1997 gibt es neben der Open-Air-Bühne eine Konzerthalle für das Kammerorchester von Sopot. (FVA Polen)



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen

Themen: ,





Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Beiträge zum Thema: