16. September 2012, Masuren

Oberlandkanal schließt bis 2014 wegen wegen Sanierungsarbeiten

Der mehr als 150 Jahre alte Oberlandkanal, eine der größten Touristenattraktionen in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, wird umfangreich saniert. Dadurch kann der Kanal von Ende September 2012 bis voraussichtlich August 2014 nicht mehr durchgehend befahren werden. Die Schifffahrtsgesellschaft Żegluga Ostródzko-Elbląska wird deshalb in den kommenden beiden Jahren nur Ausflugsfahrten auf Teilstrecken veranstalten.

Der Oberlandkanal verbindet Ostróda (Osterode) mit Elbląg (Elbing) und damit das westmasurische Seengebiet mit dem Frischen Haff und der Ostsee. Die Hauptattraktion sind die fünf geneigten Ebenen im unteren Abschnitt, auf denen die Schiffe über Schienen gezogen werden. Sie gleichen den größten Teil der fast 100 Meter hohen Höhenunterschiede im Verlauf des Kanals aus.

Diese geneigten Ebenen sollen bis voraussichtlich Juni 2014 umfassend restauriert werden und stehen in dieser Zeit nicht für den Verkehr zur Verfügung. Alle technischen Komponenten wie die Rampen, Schienen, Seilzüge, Wasserräder und Winden sollen dabei erneuert werden. Das von dem Königsberger Ingenieur Georg Steenke vor mehr als 150 Jahren entwickelte technische System bleibt dabei allerdings erhalten. Außerdem sollen die Signal- und Lichtanlagen erneuert und ein neues Kommunikationssystem installiert werden.

An der geneigten Ebene in Buczyniec (Buchwald) sollen außerdem Liegeplätze für die Schiffe entstehen und behindertengerechte Zugänge geschaffen werden. Hier wird außerdem im Rahmen der Sanierungsarbeiten bis 2014 ein neues Museum zur Geschichte des Oberlandkanals in regionaltypischer Bauweise entstehen.

Die Schleusen bei Ostróda und Mała Ruś sind vom Oktober 2012 bis August 2013 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen, die Schleusen Miłomłyn und Zielona von September 2013 bis voraussichtlich August 2014. Sämtliche Schleusen sollen ein elektrisches Antriebssystem für die Schleusentore und weitere Sicherheitsanlagen erhalten. Die gesamten Arbeiten zur Erneuerung des Kanals werden mit mehr als elf Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Die Arbeiten hatten bereits 2011 mit der Vertiefung und Reinigung von einzelnen Abschnitten des Kanals begonnen.

Aufgrund der bevorstehenden umfangreichen Arbeiten wird die Gesellschaft Żegluga Ostródzko-Elbląska in den Jahren 2013 und 2014 nur Ausflugsfahrten auf Teilstrecken des Oberlandkanals veranstalten. Der Fahrplan für das nächste Jahr wird auf der Website www.zegluga.com.pl veröffentlicht werden. Die letzten durchgehenden Touren auf der rund 80 Kilometer langen Strecke finden Ende September 2012 statt. Vistula Cruises, ein Veranstalter von Hausboottouren auf dem Oberlandkanal, wird in diesen beiden Jahren auf andere Flüsse ausweichen.

Der Oberlandkanal war 1860 eröffnet worden. Georg Steenke hatte die Pläne dafür bereits 1825 entworfen. Der Kanal diente bis 1912 ausschließlich Gütertransporten. Nach dem Ersten Weltkrieg begann seine touristische Nutzung. Die Ausflugsschiffe der Żegluga Ostródzko-Elbląska befördern jedes Jahr rund 40.000 Passagiere; daneben wird der Kanal auch von vielen Freizeitkapitänen befahren.
Informationen über Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel. (Polnisches Fremdenverkehrsamt)



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