17. September 2012, Osnabrücker Land

Das Osnabrücker Land für Autonarren

Vier erlebnisreiche Ferienstraßen, rund 300 Oldtimer in einer historischen Möbelfabrik und eine Sonderausstellung darüber, wie aus den Deutschen ein Volk von Autonarren wurde – es gibt eine ganze Reihe guter Gründe für eine Auto-Reise ins Osnabrücker Land.

Urlaub mit dem eigenen Automobil – für die meisten Deutschen ist das bis heute die Regel. Wie die Begeisterung fürs Auto in den 1950er-Jahren ihren Anfang nahm, das zeigt jetzt eine Sonderausstellung des Museums Industriekultur Osnabrück, die bis zum 30. September dauert: „Richtig in Fahrt kommen“ ist der vieldeutige Titel der Schau, die beides bietet: Historische Fahrzeuge, nostalgische Plakate, Fotos und Filme, die die wachsende Mobilität und Reiselust der Deutschen in den Wirtschaftswunderjahren veranschaulichen. Sie führt aber auch die technischen und politischen Entwicklungen vor Augen, durch die die Industrie wieder in Fahrt kam und so den steigenden Wohlstand erst möglich machte. Hierbei geht es um legendäre Hersteller wie DKW, Lloyd oder Borgwardt, aber auch die Rolle großer Zulieferer wie Bosch oder der Zahnradfabrik Friedrichshafen wird dargestellt. Zu sehen ist die Ausstellung im Museum für Industriekultur, das in den Baudenkmälern der historischen Steinkohlenzeche am Piesberg zu Hause ist. Die Dauerausstellung gewährt hier spannende Einblicke in die industrielle Vergangenheit der Stadt, in der übrigens einer der schönsten und erfolgreichsten Sportwagen der 50er- und 60er-Jahre gebaut wurde, der VW Karmann-Ghia.

In der Region rund um die Friedensstadt Osnabrück lassen sich weitere spannende Episoden der Geschichte erleben, die zwar nicht mit dem Auto zusammenhängen, die sich jedoch sehr gut motorisiert erfahren lassen – auf vier Auto-Ferienstraßen. Die jüngste führt am weitesten zurück in die Vergangenheit: Die „Straße der Megalithkultur“ verknüpft seit 2009 insgesamt 33 archäologische Stationen zwischen Osnabrück und Oldenburg. Bis zu 5000 Jahre alt sind die „Hünengräber“ und anderen kultischen Stätten, die sich entlang der 330 Kilometer langen Route besichtigen lassen. Um Römer und Germanen, um Varus und Hermann den Cherusker geht es auf der „Bramgau-Route“, die natürlich auch zum Museum und Park Kalkriese führt. Ganz in der Nähe erlitten die Römer vor über 2000 Jahren eine empfindliche Niederlage. Auf der „Osning-Route“ geht es um zweierlei: Schlösser, Burgen und Herrensitze verbindet sie auf 187 Kilometern, gewährt so Einblicke in die mittelalterliche Geschichte. Außerdem erlaubt sie immer wieder weite Ausblicke von den Kämmen des Teutoburger Waldes und des Wiehengebirges. Die „Artland-Route“ schließlich verläuft durch den fruchtbar-flachen Norden des Osnabrücker Landes. Sie verknüpft einige der prachtvollsten und idyllischsten Fachwerk-Bauernhöfe der Region.

Eine aufregend andere Art, Geschichte lebendig zu halten, erleben Automobil-Fans rund 25 Kilometer östlich von Osnabrück in einer denkmalgeschützten Möbelfabrik. Lebendig deshalb, weil im Automuseum Melle eine ganze Reihe von Fahrern und Sammlern ihre nostalgischen Karossen ausstellen. 250 bis 350 historische Fahrzeuge sind hier zu sehen – allesamt fahrbereit und in ständigem Wechsel, so dass sogar Stammgäste immer wieder Neues entdecken. Sämtliche Klassiker sind gut beschildert, dennoch ist selbstverständlich ein geführter Rundgang mit einem der Spezialisten des Museums die deutlich bessere Alternative: Die Auto-Enthusiasten erzählen interessante Details und Anekdoten aus dem langen Leben der Ausstellungsstücke. Hierfür sollten die Gäste ein bisschen Zeit mitbringen. (Tourismusverband Osnabrücker Land e.V.)



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