22. September 2012, Reedereien, Reisebranche

Kreuzfahrtverbände: zusätzliche Sicherheitsleitlinie verabschiedet

Die Kreuzfahrtverbände Cruise Lines International Association (CLIA) und European Cruise Council (ECC) haben die Verabschiedung einer zusätzlichen Sicherheitsleitlinie durch die internationale Kreuzfahrtbranche bekannt gegeben. Die neue Leitlinie betrifft die Nutzung und Beladung von Rettungsboten durch Crewmitglieder zu Trainingszwecken und geht über die internationalen Regulierungsauflagen hinaus. Die Maßnahme folgt der „Operational Safety Review“ – einer im Januar 2012 initiierten Überprüfung aller operativen Sicherheitsstandards in der Kreuzfahrtbranche.

Die Leitlinie „Life Boat Loading for Training Purposes“ sieht vor, dass ab sofort alle Crewmitglieder von Hochseekreuzfahrtschiffen, deren Reedereien Mitglieder von CLIA und ECC sind, mindestens alle sechs Monate das Aussetzen und Beladen eines Rettungsbootes üben. Während der Übung wird das Rettungsboot mit Crewmitgliedern voll besetzt und im Wasser manövriert, um den Einsatz eines solchen Bootes zu trainieren. Die Übung ist für alle Crewmitglieder obligatorisch, die im Notfall für den Betrieb und das Beladen von Rettungsbooten zuständig sind. Kleinere Schiffe mit weniger als 300 Crewmitgliedern führen nach Bedarf ähnliche Übungen durch.

„Die Kreuzfahrtbranche arbeitet auf internationaler Ebene daran, die Sicherheit ihrer Passagiere und Crewmitglieder noch weiter zu verbessern. Das ist unsere oberste Priorität“, sagte Christine Duffy, Präsidentin und CEO von CLIA. „Wir arbeiten mit großem Engagement an der Verbesserung unserer betrieblichen Abläufe. Seit Januar dieses Jahres haben wir sieben weit reichende Sicherheitsleitlinien verabschiedet. Dieses Bestreben werden wir fortsetzen, um die ausgezeichneten Sicherheitsstandards unserer Branche kontinuierlich weiter zu optimieren.“

Manfredi Lefebvre, Vorsitzender des Branchenverbands der europäischen Kreuzfahrtgesellschaften European Cruise Council (ECC) ergänzte: „Die Operational Safety Review unterstreicht unsere Bemühungen, dass Kreuzfahrten weiterhin die sicherste Urlaubsform und das sicherste Segment der Schifffahrtsindustrie bleiben. Die neue Sicherheitsleitlinie geht wie die anderen Maßnahmen im Rahmen der Operational Safety Review über die aktuellen internationalen Regulierungsvorgaben hinaus und wurde von international anerkannten und unabhängigen Experten bestätigt. Unsere Branche bemüht sich kurz-, mittel- und langfristig um eine weitere Verbesserung der Sicherheitsstandards. Freiwillige Initiativen wie diese unterstützen das von der EU-Kommission in ihrer Maritime Policy 2009-2018 formulierte Ziel einer Neuauflage der ‚Quality Shipping Campaign‘.“

Die im Zuge der Operational Safety Review identifizierten Best-Practice-Maßnahmen werden von externen Meeres- und Sicherheitsexperten überprüft. Die Empfehlungen für branchenweite Maßnahmen werden dann der Internationalen Seefahrtorganisation IMO vorgelegt. Die aktuelle Sicherheitsleitlinie wird in der nächsten Sitzung der IMO im November geprüft. (CLIA)



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