28. September 2012, Nordsee, Südwestjütland

Deutsch-dänisches Natur- und Tourismusprojekt im Wattenmeer

Das Wattenmeer schützen und gleichzeitig den Tourismus fördern, in Schleswig-Holstein genauso wie in Süddänemark – das ist das Ziel eines neuen Projektes, bei dem erstmals die beiden Wattenmeer-Nationalparks und die zuständigen Tourismusverantwortlichen auf beiden Seiten der Grenze eng zusammenarbeiten. Das Projekt mit dem Namen „Natur und Tourismus“ wird mit 650.000 Euro gefördert vom EU-Regionalfond und vom Interreg 4A-Programm.

Sowohl in Dänemark als auch in Deutschland wird die Förderung als Meilenstein für die Entwicklung der Grenzregion angesehen. „Erst die Ernennung des Wattenmeer-Nationalparks in Dänemark hat dieses grenzüberschreitende Projekt ermöglicht, das sich mit der Verbesserung des Naturschutzes und des Tourismus in den Wattenmeer-Nationalparks befasst und gleichzeitig kulturhistorische Aspekte berücksichtigt“, sagt Bodil Glistrup, die Leiterin des Projektes und Tourismus-Chefin von Rømø und Tøndern.

Das Projekt soll bis Ende 2014 zu einer verbesserten Strategie für nachhaltigen Tourismus in den beiden Nationalparks führen und das Wattenmeer als attraktiven Erlebnisraum herausstellen. Dazu sollen sich vor allem die beiden Nationalparks hinsichtlich naturtouristischer Fragestellungen und Entwicklungen stärker vernetzen und eine Basis für Erfahrungsaustausch etablieren. In einem ersten Schritt sollen Gäste- und Einwohnerbefragungen vereinheitlicht werden um eine gemeinsame Datenbasis zu haben. Darauf aufbauend soll der nachhaltige Tourismus in der Wattenmeerregion gestärkt werden. Hierbei werden vor allem die bereits existierenden unterschiedlichen Ansätze auf beiden Seiten der Grenze auf ihre Übertragbarkeit überprüft. Frank Ketter, zuständiger Projektleiter bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland, sieht in der Entwicklung gemeinsamer naturtouristischer Produkte eine große Chance. “Wir haben in den letzten Jahren mit der Entwicklung und Vermarktung von Radreisen an der Nordsee bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Diese nun auch grenzüberschreitend und mit naturtouristischen Angeboten angereichert anbieten zu können, ist eine große Chance.“ Zusätzlich sollen auch verstärkt die maritimen Erlebnisse mit einbezogen werden.

„Da intakte Natur für immer mehr Menschen entscheidend ist für die Wahl ihres Urlaubszieles, soll das neue grenzüberschreitende Projekt Lösungen finden für die Frage, wie man gemeinsam den Tourismus fördern kann und gleichzeitig einen optimalen Schutz für die Natur gewährleisten kann“, erklärt Dr. Christiane Gätje von der Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Für Constanze Höfinghoff, Geschäftsführerin der Nordsee-Tourismus-Service GmbH, ist die Erarbeitung und Umsetzung einer Kommunikationsstrategie ein wichtiges Ziel. „Wir wollen die Angebote und Inhalte der Nationalparks an potentielle Gäste, an die Vertriebspartner und Leistungsträger innerhalb des Gebiets und darüber hinaus über verschiedene Kommunikationskanäle vermitteln.“ (TASH)



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