1. Oktober 2012, Deutschland

NABU fordert neue Mautverordnung: Weniger Maut für schadstoffarme Lkws

Der NABU fordert Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer auf, zum 1. Januar 2013 eine neue Mautverordnung vorzulegen. Nur noch Lkw mit den modernsten und saubersten Motoren sollten den niedrigsten Mautsatz von rund 14 Cent je Kilometer bezahlen. Alle anderen Motoren sollten gleichzeitig mit einem Malus belegt und höher bemautet werden. „Ein eigener Mautsatz für Euro-VI-Lkw würde die Nachfrage nach sauberen Motoren deutlich steigern und die Belastung für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Umwelt reduzieren“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Am 31. Dezember 2013, also erst in über 15 Monaten, tritt die Euro-VI-Abgasnorm für neue schwere Nutzfahrzeuge in Kraft. Deren Motoren stoßen 80 Prozent weniger Stickoxide (NOX) und 70 Prozent weniger Feinstaub (PM10) aus als ein Lkw mit Euro-V-Motor, wodurch die Rußbelastung auf nahezu Null zurückgeht. Bereits heute jedoch haben die meisten Hersteller, darunter MAN, Mercedes-Benz, Scania und Volvo, Motoren im Programm, die die verschärften Bedingungen erfüllen. Weitere werden auf der heute beginnenden IAA Nutzfahrzeuge vorgestellt.

Lkw sind in Deutschland zu einem wesentlichen Teil an den Gesamtemissionen von Stickoxiden und auch von Feinstaub beteiligt. Sie führen zu schweren Atemwegserkrankungen bis hin zu Krebs, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO erst im Juni 2012 belegte. Darüber hinaus sind Rußpartikel nach Kohlendioxid der stärkste Klimatreiber.

„Zum ‚Jahr der Luft 2013‘ sollte die Bedeutung der Luftqualität noch einmal besonders hervorgehoben werden. Höchste Zeit also für die Bundesregierung, Maßnahmen für eine bessere Luftqualität zu ergreifen und mit einer neuen Mautordnung zu zeigen, dass ihr der Umstieg auf eine weniger gesundheitsbelastende Lkw-Flotte am Herzen liegt“, so Miller. (NABU)



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