4. Oktober 2012, Sachsen

Klein-Erzgebirge Oederan präsentiert das Leben der Landbevölkerung

Mit den Ziel3-Kleinprojekteförderungen sollen Ideen unterstützt werden, die die grenzüberschreitende Information, Kommunikation und Kooperation zwischen Bürgern, Vereinigungen und Behörden im gemeinsamen Fördergebiet pflegen und intensivieren sowie die Identifikation der Bevölkerung mit ihrem Lebensraum stärken.

Bereits seit dem Jahr 2006 bildeten sich erste Berührungspunkte zwischen den Projektpartnern des Kleinprojektes „Historische ländliche Lebensbilder an der Alten Salzstraße“ und über die Jahre wurden diese Kontakte intensiviert und die Zusammenarbeit gefestigt. So wurde z.B. ein Konzept für einen grenzüberschreitenden Wanderweg entlang der Alten Salzstraße und weitere gemeinsame touristische Angebote entwickelt. Das aktuelle Projekt soll die Kooperation durch Erschließung weiterer Facetten der gemeinsamen Geschichte ausbauen. Regelmäßig werden dies- und jenseits des Erzgebirgskammes Gäste aus Deutschland bzw. Tschechien begrüßt. Wünschenswert wäre es, wenn weit mehr als das vorhandene zweisprachige Informationsmaterial im Interesse des Kulturaustausches vorläge. Deshalb sollen anhand national verbindender Themen plastisch erlebbare, möglichst naturgetreue Schaustücke und die dazugehörigen zweisprachige Medien entwickelt werden. Dies geschieht im Moment durch die Erforschung und Darstellung von historischen Lebens- und Berufsbildern um etwa 1900 anhand von 3 Teilprojekten entlang der Alten Salzstraße.

Im Klein-Erzgebirge steht das Leben der Landbevölkerung, wie der Bergmannsfrau, der Häuslerin als auch des „Droppenma“ (Arzneihändler) im Mittelpunkt. Ergänzend zu den Miniaturen des Klein-Erzgebirges soll die Landschaftsentwicklung infolge des Bergbau, die Heuwiesenbewirtschaftung und das Kräutersammeln als wichtige Einkommensquelle der Gebirgsbewohner gezeigt werden. Darüber hinaus soll auch die Herstellung von Schnäpsen und Heilmitteln aus den Kräutern der Bergwiesen eine Rolle in den Darstellungen erhalten. Diese typischen historischen Biografien und die unterschiedlichen Lebensumstände sollen durch den Umgang mit alltäglichen Dingen und der Verdeutlichung der Nutzung von Heil- und Nahrungspflanzen für die gegenwärtigen Generationen nachvollziehbar und erlebbar gestaltet werden. Im Klein-Erzgebirge entstand dazu in den vergangenen Monaten ein Schaustück zur Darstellung der Bergwiesen mit typischen Pflanzen und Kräutern. Eigens dafür wurde Oberboden abgetragen und mit geeignetem mageren Mutterboden aufgefüllt, was dem Gedeihen der empfindlichen Pflänzchen dienlich war und zur Authentizität des Bildes beiträgt. Ergänzt werden soll das Schaustück durch filigrane Schnitzereien zur Verdeutlichung des Informationsgehaltes, z.B. mit Heuschnittern, einem vollbeladenen Heuwagen, heuwendenden Frauen etc.

Am Sonntag, 07.10.2012 wird die Landschaftsarchitektin Jana Spielhaus in ihrem Vortrag auf die Besonderheiten der historischen Lebensbilder und die Bedeutung der Bergwiesen eingehen. Nach der Präsentation des Schaustückes bietet Angelika Künzel (www.kraeuter-beet.de) als „Kräuterweibl“ dazu eine ebenso amüsante wie informationsreiche „Plauderstunde“ an. (Klein-Erzgebirge Oederan)



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