14. Dezember 2012, Deutschland

Nabu möchte sich 2013 den Schneeleoparden helfen

Zum Schutz der letzten freilebenden Schneeleoparden plant der NABU gemeinsam mit der kirgisischen Regierung ein internationales Schneeleopardenforum. Das „Globale Forum zum Schutz von Schneeleoparden auf der Erde“ findet in der zweiten Jahreshälfte 2013 in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek statt und dient dazu, ein international gültiges Schutzprogramm für Schneeleoparden zu verabschieden. Ein von der Weltbank finanziertes Vorbereitungstreffen mit Vertretern aller verantwortlichen Staaten fand vom 1.-3. Dezember in Bischkek statt. Anlässlich dessen hatten sich NABU-Vertreter mit dem kirgisischen Präsidenten Almasbek Atambajew getroffen.

„Der NABU hat der kirgisischen Regierung die Augen für die Situation des Schneeleoparden geöffnet und dafür, wie wichtig es ist, ihn zu schützen. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagte Präsident Atambajew. Andere Länder hätten ihre Symboltierart bereits verloren, Kirgistan würde seine, den Schneeleoparden, mit aller Kraft bewahren. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sagte: „Atambajew liegt die Zukunft der Schneeleoparden sehr am Herzen. Er wird seine Amtskollegen in den Ländern, die zum Schneeleoparden-Verbreitungsgebiet gehören, persönlich zur Teilnahme am Forum einladen und seine Durchführung unterstützen.“ Das Gespräch fand im Vorfeld eines geplanten Treffens zwischen Atambajew und Bundeskanzlerin Angela Merkel statt. „Wir hoffen, dass die Bundeskanzlerin durch den kurzfristigen Anschlussbesuch von der Dringlichkeit des Forums überzeugt wird und sich gemeinsam mit den verantwortlichen Staaten für den Schneeleopardenschutz einsetzt“, so Miller. Zum Verbreitungsgebiet der Großkatze gehören Zentralasien, der Himalaya, China und Russland.

Auch das Vorbereitungstreffen für das Forum lief erfolgreich. Brad Rutherford, Vorsitzender von Snow Leopard Trust, bedankte sich beim NABU für die Initiative, Experten aus Politik, Unternehmen und Naturschutzverbänden in Bischkek zusammenzubringen. Anwesend waren 120 Delegierte aus 13 Ländern, die konkrete Ziele und Maßnahmen formulierten, die den Schneeleoparden retten sollen. Dazu gehören das Monitoring durch Kamerafallen und GPS-Sender, die Ausweisung geeigneter Schutzgebiete, lokale Aufklärungsarbeit und der Einsatz von Anti-Wilderer-Einheiten. Diese und weitere Maßnahmen wurden zu einem globalen Schutzprogramm zusammengeführt, das auf dem Schneeleopardenforum im nächsten Jahr verabschiedet werden soll.

Der Schneeleopard gehört zu den seltensten Großkatzen, weltweit rechnet man mit etwa 3.500 Individuen. Wegen ihres schönen Fells, ihrer Knochen und auch als lebende Tiere für Zirkusse werden sie gnadenlos verfolgt. Der NABU engagiert sich seit zwanzig Jahren für den Schutz der seltenen Großkatze in Kirgistan und konnte einen Rückgang der Wilderei erzielen. Die Anti-Wilderer-Einheit „Gruppa Bars“ hat bereits mehr als 200 Wilderer zur Strecke gebracht und Hunderte von Fallen, Fellen und Waffen beschlagnahmt. Fünf Schneeleoparden konnten lebend gerettet werden. Das parallel durchgeführte Monitoring zeigt, dass die Zahl der Schneeleoparden seit 2004 wieder ansteigt. Derzeit rechnet man mit 350 Tieren, im Jahr 2001 gab es 250 Schneeleoparden in Kirgistan. (Nabu)



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