5. Januar 2013, Ostfriesland

Ostfriesische Bräuche und Besonderheiten in der neuen Broschüre „Moden un Maneren“

Bräuche werden auf der Ostfriesischen Halbinsel auch im 21. Jahrhundert noch aktiv gelebt. Die Broschüre „Moden un Maneren“ ist seit 24 Jahren die erste zusammenfassende Darstellung ostfriesischer und friesischer Traditionen und Besonderheiten und beschreibt sie vom Dollart bis zum Jadebusen. Auf 75 Seiten werden 76 Bräuche und Sportarten mit 205 Fotos und 18 Zitaten veranschaulicht.

Beschrieben werden – mit einer Ausnahme – ausschließlich Bräuche, die noch heute ihren lebendigen Ausdruck finden und mindestens seit den 1950er Jahren bis heute praktiziert werden. Auf anschauliche Weise will die Publikation gleichermaßen Einheimische und Besucher erreichen. Auch soll sie Menschen, die neu in die Region gezogen sind, den Zugang zum authentischen Ostfriesland erleichtern. „Ganz gleich, um welchen Brauch oder welche Tradition es sich handelt, das Lebendige im Miteinander der Menschen steht immer im Mittelpunkt der Texte und Bilder“, so Helmut Collmann, Präsident der Ostfriesischen Landschaft.

Im Vorfeld zu den Recherchen wurden 140 Heimat- und Geschichtsvereine mit der Bitte um Informationen angeschrieben. Die Rückmeldung war überwältigend. Sogar Butenostfriesen sandten Bild- und Textmaterial ein. Nicht alles konnte im Detail berücksichtigt werden, fand aber Eingang in den allgemeinen Text.

Inhalt
Inhaltlich orientiert sich die Broschüre am Jahreslauf und am Lebenslauf der Menschen. Dabei bilden beispielsweise Paasken (Ostern) und Sünnerklaas (Nikolaus) Höhepunkte im Jahresverlauf. Bräuche wie das Paaskefüür (Osterfeuer) sind zwar nicht auf Ostfriesland beschränkt, besitzen jedoch, wie auf der Insel Borkum, zum Teil eine besondere regionale Ausprägung. Auch um den Sünnerklaas herum existieren verschiedene Traditionen. So fährt der Sinterklaas, wie er in Emden und einigen anderen Orten heißt, dort mit dem Schiff ein und wird begleitet von seinen Helfern, de Swarten Pieten (wörtl.: Schwarzen Petern). Fast überall in Ostfriesland findet am Vorabend zu Sünnerklaas das Verknobeln statt, das sich einer großen Beliebtheit erfreut. Wer es schafft, mit drei Würfeln eine möglichst hohe Zahl zu erzielen, hat die Chance, Backwaren, Süßes, Würste oder gar ganze Enten zu gewinnen.

Ermöglicht wurde der Druck der 5.000 Exemplare durch die VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland, die Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Ostfriesland sowie das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK). „Es schön, dass gezeigt wird, wie Traditionen zum Leben der Menschen auf der Ostfriesischen Halbinsel einfach dazugehören. Nur so kann auch nach außen hin ein authentisches Bild der Region vermittelt werden“, freut sich Harald Lesch, Vorstandsvorsitzender der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland. „Weiterhin haben wir bereits im Vorfeld erfahren, wie groß die Nachfrage nach einer umfassenden Darstellung von Bräuchen ist. Viele Eltern und Großeltern haben den Wunsch, die gelebten Traditionen an die nächste Generation zu vermitteln und freuen sich, wenn sie das mit dieser reich bebilderten Broschüre tun können“, so Lesch weiter.

Bräuche ein Beitrag zur regionalen Identität
Aktuell wurde im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur des Niedersächsischen Landtages thematisiert, dass Deutschland das UNESCO-Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes ratifizieren will. Bei Bräuchen handelt es sich um einen der fünf definierten Bereiche des immateriellen Kulturerbes, die als besonders bewahrenswert gelten. „Moden un Maneren kann sicherlich einen Beitrag zu dieser Diskussion leisten, denn eine Publikation über Bräuche und Traditionen dient der Bewusstmachung und Stärkung der regionalen Identität. Mit der Broschüre leisten wir dazu einen wichtigen Beitrag“, so Helmut Collmann, Präsident der Ostfriesischen Landschaft. (Ostfriesische Landschaft)



» Diesen Artikel via Mail weiterempfehlen





Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Beiträge zum Thema: