15. Mai 2013, TUI

TUI will wieder dividendenfähig werden

„Wir haben ein klares Ziel: Wir wollen den Wert der einzelnen Geschäftsbereiche steigern und gleichzeitig wieder dividendenfähig werden“, sagt der neue TUI AG Vorstandschef Friedrich Joussen. Mit dem Programm „oneTUI“ zur strategischen Weiterentwicklung hat Joussen nach knapp 100 Tagen im Amt jetzt das Maßnahmenpaket für die Wiederherstellung der Dividendenfähigkeit vorgelegt.

„oneTUI“ besteht aus folgenden Eckpunkten: Operative Exzellenz und Restrukturierung unrentabler Bereiche, Optimierung der vertikalen Integration des Konzerns,Fokussierung auf die substanzielle Steigerung der Cash-Flow-Beiträge an die TUI AGsowiedeutliche Senkung der Holdingkosten (Sach-, Personal-, Zinskosten). „Der Konzern soll in seiner existierenden Struktur deutlich näher zusammenrücken und die Vorteile der vertikalen Integration stärker als bisher ausschöpfen. Wir werden dazu die Stärken von Content wie Hotels und Kreuzfahrten, unserer Veranstalter und der Marke TUI bündeln. Denn sie zusammen stehen für das Kundenerlebnis bei TUI und bilden die Grundlage für Differenzierung. Wenn wir den Konzern aus Kundensicht verstehen, führen und weiter entwickeln, schaffen wir Wert“, so Friedrich Joussen weiter.

Der Konzern hat das Ziel, als Folge der Maßnahmen aus „oneTUI“ ein operatives Ergebnisniveau (bereinigtes EBITA) von rund 1 Milliarde Euro im Geschäftsjahr 2014/15 zu erreichen.

Die heute negative Cash-Bilanz der TUI AG soll im Geschäftsjahr 2014/15 auf rund 100 Millionen Euro steigen. Dabei werden vor allem die Cash-Flow-Beiträge des so genannten Content-Geschäfts (Hotel und Kreuzfahrten) signifikant wachsen. „In Zukunft werden annähernd die Hälfte der Cash-Zuflüsse der TUI AG durch unsere Hotel- und Kreuzfahrt-Aktivitäten erwirtschaftet“, sagt Joussen.

Zur Erreichung der Ziele wurde ein konzernweites Maßnahmenpaket initiiert, um die operative Performance der einzelnen Geschäftsbereiche zu verbessern und die vertikale Integration der Gruppe weiter zu optimieren. „Durch ‚oneTUI‘ beabsichtigen wir künftig rund 50 Prozent des netto Cash Flows (operativer Cash Flow vermindert um zentrale Kosten, Finanzierung und Investitionen) der TUI AG als Dividende zahlen“, beschreibt Joussen die Dividendenpolitik des Konzerns.

Operative Exzellenz und Cash Flow Generierung
In der TUI AG Konzern-Zentrale (Zentralbereich) wurde ein Kostensenkungsprogramm gestartet. „Wir werden den Konzern mit einer deutlich schlankeren Zentrale steuern“, so der TUI Vorstandschef. Ziel ist die Senkung der Kosten von 73 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2011/12 mittelfristig auf rund 45 Millionen Euro (-40 Prozent). Joussen: „Alle Ausgaben der Holding stehen auf dem Prüfstand.“ Projekt- und Beraterkosten sowie Sponsoring-Ausgaben werden entweder deutlich reduziert oder beendet. Teil dieses Programms ist auch eine Anpassung der Personalkosten. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Konzern-Zentrale wird von derzeit 186 auf unter 100 sinken. Sozialplanverhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern laufen bereits. Der Personalabbau soll sozialverträglich erfolgen.

Ebenfalls deutlich sinken werden die Zinsaufwendungen durch die planmäßige Rückzahlung der Finanzschulden. Das Zinsergebnis des Zentralbereichs (inklusive Hybrid-Dividende) soll von rund 160 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2011/12 mittelfristig auf rund 45 bis 65 Millionen Euro pro Jahr gesenkt werden.

Im Hotelbereich des Konzerns liegt der Fokus auf Kapitaleffektivität, Steigerung der Cash-Flow-Beiträge an die TUI AG sowie verbesserter und integrierter Markenführung. Parallel dazu werden Hotelprojekte, die die Renditeerwartungen nicht erfüllen, restrukturiert. Unter anderem wird TUI Hotels & Resorts das Hotelportfolio bereinigen und Marken, die nicht zu den Kern-Aktivitäten zählen, aufgeben. Die Investitionspolitik wird überprüft, und es wird eine noch engere Verzahnung mit den Veranstaltern der TUI Travel geben, um den Vertrieb und die Produktgestaltung zu optimieren.

Im Bereich Kreuzfahrten wird TUI Cruises den geplanten Wachstumskurs fortsetzen und sich noch stärker auf die Generierung des Cash-Flow-Beitrags an die TUI AG fokussieren. Für Hapag-Lloyd Kreuzfahrten wurde ein Restrukturierungsprogramm aufgesetzt. Unter anderem werden die Sach- und Personalkosten reduziert. Die Auslastung der Flotte soll kurzfristig durch weitere Vertriebsmaßnahmen verbessert werden. Darüber hinaus wird die Anpassung der Flottenstruktur geprüft.

Gemeinsam mit TUI Travel sind Performance-Ziele für die Märkte Deutschland, Russland und Frankreich sowie für den Bereich Specialist & Activity festgelegt worden. Parallel dazu werden die Markenführung überprüft und die Zusammenarbeit zwischen den Reiseveranstaltern und dem Hotelbereich des Konzerns intensiviert.

Transformation des Geschäftsmodells/Optimierung vertikale Integration
Ziel ist die Transformation des Geschäftsmodells von der Veranstalter-dominierten hin zur Content- und Marken-orientierten Wertschöpfung. Die TUI AG verfügt mit Hotels und Kreuzfahrtschiffen über die Inhalte, die aus Kundensicht das Urlaubserlebnis definieren und TUI von anderen Marken unterscheiden. Der „Net Promoter Score“ (Weiterempfehlungsbereitschaft) einer Urlaubsreise wird zu über 60 Prozent durch den Aufenthalt im Hotel bestimmt. Joussen: „Content in Verbindung mit einer starken Marke führt zu Differenzierung. Differenzierte und exklusive Produkte sind der Garant für höhere Durchschnittspreise und verbesserte Margen.“

Um die vertikale Integration zwischen Veranstalter und Vertrieb auf der einen und dem Content (Hotel und Kreuzfahrten) auf der anderen Seite weiter voranzutreiben, ist unter anderem eine zwischen TUI AG und TUI Travel abgestimmte CRM- und Online-Strategie beschlossen worden. Darüber hinaus wird die Markenführung der Reiseveranstalter und der Hotelmarken künftig stärker miteinander synchronisiert. Über gemeinsame Prozesse und Systeme werden künftig Investitionen und Reporting einheitlich gesteuert. Außerdem wird ein konzernübergreifendes Personal- und Talent-Entwicklungskonzept implementiert. (TUI)



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