27. Mai 2013, Japan

Matsuri-Sommerfeste in Japan

Auch in Japan werden in den warmen Sommermonaten zahlreiche traditionelle Feste gefeiert, die für ausländische Gäste unbedingt einen Besuch lohnen. Die „Matsuris“, wie in Japan die Volksfeste heißen, vermitteln einen authentischen Einblick in die faszinierende japanische Kultur, sind zumeist sehr farbenfroh, und die vorherrschende fröhliche Stimmung reißt Einheimische und Touristen gleichermaßen mit.

Fast einen ganzen Monat lang, nämlich vom 01. bis 29. Juli, steht Kyoto im Zeichen des Gion Matsuri. Dieses Fest beruht auf einer über tausendjährigen Tradition, die 869 ihren Anfang nahm, als die Stadt von Epidemien bedroht wurde und man die dafür verantwortlichen Gottheiten gnädig stimmen wollte. Gefeiert wird vier Wochen lang, aber der interessanteste Zeitraum ist vom 10. bis 17. Juli, dem Höhepunkt des Festes. Am 17. Juli findet nämlich die große Parade mit 30 Festwagen statt , die zum Yasaka Schrein führt. Die zweistöckigen Festwagen sind bis zu 25 Meter hoch und können bis zu 12 Tonnen wiegen. Dekoriert und geschmückt mit kostbaren und prächtigen Handarbeiten in Form von bunten Webstoffen und Skulpturen werden die Wagen auch zuweilen auch als „mobile Kunstmessen“. bezeichnet. Bereits vom 10. bis 14. Juli werden die Paradefahrzeuge in einem abgesperrten Straßenbezirk im Rahmen eines unterhaltsamen Straßenfestes präsentiert. Vom 14. bis 16. Juli öffnen die Einheimischen ihre Türen für Passanten und zeigen in ihren Häusern und Wohnungen bereitwillig ihre Erbstücke, was sicherlich auch gerade für Touristen eine eindrucksvolle Erfahrung sein dürfte.

Jeweils am letzten Samstag des Monats Juli (in diesem Jahr am 27. Juli) findet am Sumida-Fluss in einem alten traditionellen Wohnviertel von Tokyo das Sumigadawa Feuerwerksfest statt, das jedes Jahr Hunderttausende von Besuchern anzieht. Zehntausende Feuerwerkskörper bringen den Himmel von Tokyo zum Leuchten. Diese schillernde Veranstaltung, die im feuerwerksbegeisterten Japan zu den Höhepunkten des Jahres zählt, geht auf das 17. Jahrhundert zurück, wo sie als Suijin Festival dem Wassergott gewidmet war. Es sollte die Seelen besänftigen, die durch Hunger oder Seuchen ums Leben gekommen und das Volk während der Regentschaft des achten Shoguns vor der Pest bewahren.

Vom 02. bis 07. August begeht die Stadt Aomori im Norden Japans traditionell das berühmte Nebuta Matsuri. Bei den täglichen Paraden durch die Straßen der Stadt, die stets in der Abenddämmerung beginnen und über mehrere Stunden dauern, präsentieren sich auf herrlichen Festwagen bunt bemalte, dreidimensionale „Nebutas“ – Fantasiefiguren von legendären Helden und Tierfiguren aus durchsichtigem Papier, die innen beleuchtet werden. Musikgruppen, die bis zu drei Meter große Trommeln mit sich führen und die „Hanetos“, die durch temperamentvolle Tanzeinlagen auf sich aufmerksam machen, begleiten die Prozessionen. Auch Touristen können sich anschließen, sofern sie die passende Kostümierung einschließlich eines mit Blumen verzierten Strohhutes tragen, die in den Supermärkten und Kaufhäusern erhältlich ist.

Das Awa Dori Folk Dance Festival in Tokushima lockt vom 12. bis 15. August unzählige Besucher mit Volkstänzen zu Ehren der Verstorbenen an. Zurückzuführen ist diese Veranstaltung auf das Jahr 1587, als die Burg von Tokushima fertig gestellt war und der Herrscher an sein Volk großzügig Sake, den japanischen Reiswein, verteilen ließ. Die Untertanen tranken davon so viel, dass sie in wilde Tänze verfielen. Heutzutage ziehen verschiedene Gruppen, getrennt nach Frauen und Männern, zu den Klängen von Trommeln, Gongschlägen, dreiseitigen Musikinstrumenten und Flöten tanzend durch die Stadt. Der Grundschritt besteht darin, dass jeweils der rechte Arm und das rechte Bein und der linke Arm und das linke Bein im Zwei-Takt-Rhythmus bewegt werden. Getanzt wird aber auch in den Straßen, den Parks und den Geschäftsvierteln. (FVA Japan)



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