12. August 2013, Norwegen, Schweden

Østfold: die sonnigste Region Norwegens entdecken

Multikulturelle Städte, 240 Kilometer Schäreninseln, Meeresfrüchte-Safaris, Krimitouren und Marinenationalparks: Die Tourismusverbände Ostnorwegen und Westschweden haben eine fünftägige Küstentour ausgearbeitet, um die Highlights beider Regionen vorzustellen.

Die Reise beginnt mit dem Mietwagen in Ostnorwegen am Flughafen Oslo-Rygge, der von Berlin aus mit Ryanair in nur anderthalb Stunden zu erreichen ist. Die Provinz Østfold gilt als sonnigste Region Norwegens, mit über 100 Stränden. Fredrikstad ist die größte Stadt in Østfold und ein praktischer Ausgangspunkt. Im Buchcafé und Restaurant Fabel können Besucher Reisepläne schmieden, später im Fredrikstad Motell in der Nähe der Altstadt übernachten.

Ein Ausflug für Seebären: Die Insel Isegran erzählt Geschichten des tapferen Marine Offiziers Tordenskiold (übersetzt „Donnerschild“). Die kostenlose Fähre dorthin dauert von Fredrikstad aus nur zehn Minuten. Isegran wurde im 13. Jahrhundert von den ersten Siedlern entdeckt und war bis zum Jahr 1680 Norwegens einziger Militärhafen. Zurück in Fredrikstad serviert das Restaurant Slippen regionale Spezialitäten, wie getrockneten Kabeljau, direkt am Wasser. Die jungen Norweger Tobias und Ingeborg Slippen verkaufen tagsüber auch selbst gebackenes Brot.

Wie wäre es mit Insel-Hopping? In etwa einer halben Autostunde geht es am nächsten Tag zu den Hvaler-Inseln südlich von Fredrikstad. Die Schärenlandschaft besteht aus 833 flachen Inseln und wird als Ytre Hvaler Nationalpark bezeichnet, der erste Meeresnationalpark Norwegens. Besucher lassen das Auto in Skjærhalden stehen und fahren mit der Fähre auf das Eiland Vesterøy. Bei den Hütten der Garnberget Cabins auf Vesterøy lockt eine weite Aussicht über den Fjord. Von dort dauert die Bootsfahrt bis zur Insel Sandøy mit Sandstränden und dichten Fichten- und Kiefernwäldern nur 20 Minuten – ideal für Wander- oder Radexkursionen und den Tagesausklang im Café Oline mit Aussicht auf den Schärengarten.

Am dritten Tag geht es zurück nach Skjærhalden und in anderthalb Stunden nach Süden in ein anderes Land, und zwar nach Strömstad in Westschweden. Dort legt die Fähre zum Kosterhavet ab, dem ersten schwedischen Meeresnationalpark. Er grenzt südlich an den Ytre-Hvaler-Meeresnationalpark. Auf dem Weg lohnt sich ein Stopp in der Grenzstadt Halden, von der Festung Fredriksten überblicken Besucher den Fjord und ehemaliges Feindesland – Schweden. Angekommen in Strömstad dauert die Anreise mit der Fähre auf die autofreien Kosterinseln weniger als eine Stunde. Das Gebiet beherbergt Schwedens einziges Kaltwasser-Korallenriff mit mehr als 12.000 Tierarten und seltenen Pflanzen – es blühen sogar Orchideen. Fahrräder stehen zum Ausleihen auf den Inseln zur Verfügung. Das Hotel Sydkoster Ekenäs auf den Südkosterinsel wählen Gäste gerne als Ausgangspunkt für Hummersafaris und entspannen abends im Außen-Whirlpool.

Mit etwas Glück können Reisende am vierten Tag an Deck der Fähre zurück nach Strömstad die größte Robbenkolonie Schwedens auf den Kosterinseln beobachten. Anschließend geht es zu dem malerischen Fischerdorf Fjällbacka, das durch die Krimis von Camilla Läckberg und die Erzählungen aus Ronja Räubertochter bekannt wurde. Die Schauspielerin Ingrid Bergman besuchte Fjällbacka regelmäßig in ihren Ferien und nannte das verträumte Dörfchen „ihr eigenes Fleckchen Erde“. Nach geführten Thementouren lockt das Restaurant Bryggan Fjällbacka mit Gerichten aus Schalentieren und regionalen Zutaten – zertifiziert mit dem Ökosiegel „Kosten Sie Westschweden“.

Fjällbacka ist auch Ausgangshafen zu den Wetterinseln; Hunderte kleine Archipele im Meer bieten ideale Bedingungen zum Tauchen, Fischen und Entspannen. Von einer Wetterstation blicken Sonnenhungrige auf das Ozeanpanorama. Die einzige Herberge wird von einem Ehepaar, die die alleinigen Inselbewohner sind, mit viel Liebe geführt. Die Gäste packen hier schon mal mit an und beziehen ihr Bett selbst – belohnt werden sie dafür mit einem grandiosen Blick aufs Meer.

Die letzte Station des Küstentrips führt zurück aufs Festland, vorbei an den Steinritzungen des Vitlycke-Felsens aus der Bronzezeit, die zum Weltkulturerbe gehören. Bereits 90 Minuten weiter südlich befindet sich Göteborg, die „zweite Hauptstadt Schwedens“. Göteborg gilt als kulturelles Zentrum Westschwedens, mit Nachwuchsdesignern, einer emsigen Musikszene, Festivals und zahlreichen Museen sowie einer der größten Universitäten Skandinaviens. Zum Flanieren laden der Stadthafen, eine lebendige Kaffeehauskultur und die historische Altstadt Haga ein. In nur 20 Minuten erreichen Naturhungrige das vorgelagerte Stadtarchipel mit der Tram. Das zeitgenössische Luxushotel Clarion Post Hotel gilt als Treffpunkt der Göteborger Kreativszene, das historische Postgebäude aus den 1920er-Jahren erhielt durch den Umbau ein stylisches Flair. Sternekoch Marcus Samuelsson entwickelte das Kulinarikkonzept des Hauses; Gourmets ist er bekannt aus den New Yorker Restaurants Aquavit und Red Rooster.

Anreise: Ryanair fliegt von Berlin nach Oslo-Rygge ab ca. 40 € pro Person und von Göteborg zurück nach Frankfurt Hahn ab ca. 25 € pro Person. Als Autovermietung wird Sixt empfohlen. (Tourismusverbände Ostnorwegen und Westschweden)



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