23. Januar 2014, Island

Drehorte für „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ auf Island

„Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“, die fünfte Regie-Arbeit von Schauspieler Ben Stiller, der auch die Hauptrolle übernahm, entführt die Zuschauer auf eine abenteuerliche Reise nach Island und rund um den Globus. Nur wenige wissen, dass in Island auch die Filmszenen gedreht wurden, die in Grönland, dem Himalaya-Gebirge und Afghanistan spielen.

Stiller ist nicht der erste, der das 103.000 Quadratkilometer große Land als Lieblingsdrehort entdeckt. Gerade weil es in den menschenleeren Kulissen so aussieht wie auf einem fremden Planeten, Drehgenehmigungen unkompliziert sind und weniger als fünf Flugstunden zwischen New York und Reykjavík liegen, entstehen hier Hollywood-Streifen wie „Thor 2“ oder „Noah“, die ebenfalls 2014 in die Kinos kommen.

2002 machten die Produzenten von „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“ den Anfang und nutzten die zugefrorene Eislagune Jökulsárlón in Island für die spektakulären Aufnahmen mit Pierce Brosnan, 2005 flog das „Batman Begins“-Filmteam zum Dreh ein, 2012 kam Ridley Scott für seinen „Prometheus“ und erst im vorigen Jahr drehte Tom Cruise „Oblivion“ hier.

„Als ich zum ersten Mal nach Island kam, hat mich das Land buchstäblich umgehauen. Die Topographie hier ist so anders – du steigst einfach auf einen Gletscher, der nur einige hundert Meter über dem Meeresspiegel liegt, und du fühlst dich, als wärst du am höchten Punkt der Welt angekommen. Soweit das Auge reicht, siehst du nur Schnee und Eis und diese riesigen Klippen. Die Landschaft liefert erstaunliche und wahnsinnige Bilder – zum Filmen ist das grandios“, so erklärt Ben Stiller die steigende Beliebtheit von Island als Filmset.

Grundarfjörður ist eine kleine Stadt im Norden der „Schneeberghalbinsel“ Snæfellsnes im Westen von Island. Hier steigt Ben Stiller, alias Walter Mitty, auf den einzigen Drahtesel, um nach dem Fotografen Sean O‘ Connell (Sean Penn) zu suchen, und radelt über das zerklüftete Lavafeld Berserkjahraun mit seinen beeindruckenden Felsformationen und Farben. In Stykkishólmur ganz in der Nähe steckte Ben Stiller alle 1.100 Einwohner mit dem Filmfieber an: Sie erklärten sich nicht nur bereit, eines ihrer Häuser schwarz zu streichen, sondern blieben während der Dreharbeiten auch wie gewünscht „unsichtbar“ – jedoch nicht ohne über Social Media jeden Schritt der Filmcrew live mitzuverfolgen und zu kommentieren.

An der Nordspitze der Halbinsel Reykjanes, ganz in der Nähe von Reykjavík, wird das Firscherdörfchen Garður Schauplatz der Handlung. In der beschaulichen Küstengegend, die sonst vor allem zur Vogelbeobachtung dient, entstanden die Sequenzen, in denen Mitty den Sprung vom Helikopter in den Atlantik wagt.

Die Papageientaucher, denen sonst das malerische Seyðisfjörður in den östlichen Fjorden Islands so ziemlich allein gehört, werden nicht schlecht gestaunt haben, als Ben Stiller hier mit dem Longboard entlangsauste. Die Berge Strandartindur und Bjólfur sind im Hintergrund der epischen Sequenz zu sehen.

Die Hummer-Hauptstadt Islands Höfn wurde von Stiller kurzerhand in den Flughafen der grönländischen Hauptstadt Nuuk umgewandelt und diente der Filmcrew als perfekter Ausgangspunkt für die Aufnahmen an der Gletscherlagune Jökulsárlón (das ist die besagte Lagune aus dem Bond-Streifen) sowie im Tal Kálfafellsdalur und der Lagune Fjallsárlón. Stiller gefiel die bergige Kulisse so ausnehmend gut, das er hier aus Island kurzerhand Afghanistan machte und die entsprechenden Szenen „im Himalaya-Gebirge“ hier filmte, ohne Spezialeffekte einsetzen zu müssen. (FVA Island)



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