17. April 2014, Stralsund

Ozeaneum Stralsund präsentiert erstmals Seeteufel und Rotbarsche

Das gab es noch nie in Deutschland: Das Ozeaneum Stralsund zeigt erstmals Seeteufel und Rotbarsche. „Um Seeteufel präsentieren zu können, müssen wir sie überhaupt erst einmal unter Wasser finden“, sagt Alexander von den Driesch, Abteilungsleiter Aquarium.

Die auch als Anglerfisch bekannten Tiere mit ihrem typischen breiten, abgeflachten Kopf sind perfekt getarnte Bodenbewohner, die regungslos auf dem Meeresgrund zwischen 20 und bis zu 1.000 Metern Tiefe liegen und dort nur schwer erkennbar sind. In den vergangenen Jahren führte die Suche der Museumstaucher regelmäßig in die kalten Gewässer vor Norwegen. Seeteufel sind mit Gewebesäulen zwischen Haut und Fleisch ausgestattet, die auf Berührungen sehr empfindlich reagieren. Um die Tiere entsprechend zu schonen, behelfen sich die Mitarbeiter des Ozeaneums mit einer großen Plastiktüte, in der sie die Fische an die Oberfläche bringen. In der Natur können Seeteufel bis zu zwei Meter lang und 50 Kilogramm schwer werden. Die insgesamt drei Exemplare im Ozeaneum haben inzwischen eine Länge von gut einem Meter erreicht und sind fortan im 200.000 Liter fassenden, kürzlich renovierten Helgoland-Tunnel zu sehen.

Rotbarsche leben in etwa 50 bis 300 Metern unter der Meeresoberfläche. Ihre auffällig großen Augen fangen genügend Restlicht, um sich in der Dunkelheit der Ozeane zu orientieren. Die rote Körperfarbe erscheint in ihrem Lebensraum schwarz und tarnt sie so vor Fressfeinden. Über drei Jahre entwickelten die Aquarienmitarbeiter des Ozeaneums eine Methode, um Rotbarsche unversehrt aus dem Atlantik zu holen. „Wir fangen die Fische unter Wasser mit kleinen Keschern. Da diese Tiere immer in der Tiefe bleiben, fällt ihnen die Dekompression schwer. So werden sie Stück für Stück über 48 Stunden schonend zur Oberfläche gebracht.“, so von den Driesch. Rotbarsche können über 50 Jahre alt werden und sind erst mit 12 bis 15 Jahren geschlechtsreif. Deshalb dauert es in der Natur sehr lange, bis sich ein Schwarm reproduziert hat. Die sechs Exemplare der Art Kleiner Rotbarsch für das Ozeaneum stammen von einer Tauchexpedition im Sommer 2013. Nach mehreren Monaten Eingewöhnung in der Quarantänestation, leben sie nun in einem Becken mit Roten Sonnensternen und Großen Pilgermuscheln. (TVMV)



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