1. Mai 2014, Lufthansa, Personalien

Gute Zahlen zum Ende der Ära Christoph Franz bei Lufthansa

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa AG, Christoph Franz, verlässt die Bühne mit einem operativen Gewinn von 697 Millionen Euro für das Jahr 2013. Bereinigt um Einmaleffekte aus der Neuausrichtung verschiedener Unternehmensbereiche beträgt der Gewinn über eine Milliarde Euro. Gegenüber dem bereinigten Wert des Vorjahres stieg der operative Gewinn 2013 um 62 Prozent. Den Umsatz hielt der Konzern trotz einer geringeren Anzahl an Flügen mit 30,0 Milliarden Euro stabil. Das Konzernergebnis lag bei 313 Millionen Euro. Dabei waren nicht nur alle Geschäftsfelder profitabel, die Konzerntöchter Lufthansa Technik und LSG Sky Chefs erzielten 2013 sogar die besten Ergebnisse ihrer Unternehmensgeschichte.

„Christoph Franz hat in seinen drei Jahren als Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Group wichtige Weichenstellungen vorgenommen und den Konzern unermüdlich auf Zukunft getrimmt. Er beendet seine Amtszeit mit einem guten Ergebnis und übergibt ein bestelltes Haus an Carsten Spohr“, würdigte Wolfgang Mayrhuber, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa AG die Leistung des scheidenden Vorstandsvorsitzenden. „Die Lufthansa Group ist bei starkem Gegenwind mit kräftigem Schub unterwegs.“

Im Kerngeschäft konnten alle Passagierfluggesellschaften, namentlich Lufthansa, Germanwings, Swiss und Austrian Airlines, ihre Ergebnisse klar verbessern. Diese Trendwende beim operativen Ergebnis war unter anderem ausschlaggebend für den Vorschlag des Konzerns zu einer Dividendenzahlung von 45 Cent pro Aktie, über den die Aktionäre heute entscheiden sollen.

Genauso wichtig wie die guten Finanzergebnisse seien, im Hinblick auf die rasanten Veränderungen in der Luftverkehrsbranche, die bei der Neuausrichtung verschiedener Unternehmensbereiche erreichten Erfolge, betonte Franz auf der Hauptversammlung und sagte: „Mit dem bisher Erreichten haben wir die Basis für die notwendigen Ergebnisverbesserungen in den kommenden Jahren gelegt. Wir haben den Mitarbeitern einiges zugemutet, das ist uns bewusst. Die gute Arbeit, die sie täglich leisten, verdient unsere Anerkennung und unseren Dank, ebenso wie die Loyalität unserer Kunden und das Vertrauen der Aktionäre. Damit die Lufthansa Group auch in Zukunft zu den global führenden Luftfahrtkonzernen gehört, muss sie ihre Rolle als europäische Nummer eins stetig weiter ausbauen.“

Das Unternehmen als Vorstandsvorsitzender auf diesem Weg führen, wird ab dem 1. Mai Carsten Spohr, bisher im Vorstand des Konzerns verantwortlich für das Ressort Lufthansa Passage. Seinem Nachfolger wünschte Franz bei der Bewältigung bekannter und neuer Herausforderungen alles Gute und viel Erfolg und sagte: „Gemeinsam haben wir in den letzten Jahren im Vorstandsteam viel erreicht. Ich kann die Lufthansa Group mit einem guten Gefühl an meinen Nachfolger und seine Vorstandskollegen übergeben.“

Kein uneingeschränkt gutes Gefühl hat Franz hingegen in Bezug auf die bestehenden politischen Rahmenbedingungen für den Luftverkehr in Deutschland und Europa. Diese verursachten für die Lufthansa Group gravierende Wettbewerbsnachteile. Er beobachte heute einen regelrechten Wettbewerb der Systeme. Wachstum, Entwicklungstrends und der politische Rahmen könnten in Asien, in Europa, dem Mittleren Osten und Amerika unterschiedlicher kaum sein. Dem stark fragmentierten europäischen Luftfahrtsektor, mit weitgehend privatisierten Fluggesellschaften, stünden hochintegrierte, staatlich kontrollierte Luftverkehrskonglomerate gegenüber, bei denen Flughäfen, Fluggesellschaften, Flugüberwachung und Bodenabfertigung aus einer Hand gesteuert würden. Diese hätten das primäre Ziel, die Wirtschaft ihrer Heimatländer anzukurbeln. Es sei schwer verständlich, dass angesichts einer derartigen Verzerrung der wettbewerblichen Spielregeln weiterhin an der erst 2011 eingeführten Luftverkehrsteuer in Deutschland festgehalten werde. „Eigentlich bietet sich Politikern in Deutschland heute eine fast historische Chance, sich mit der Abschaffung der Steuer zu einem starken Verkehrs- und Logistikstandort zu bekennen“, so Franz. „Die Abschaffung der Steuer sichert Arbeitsplätze, globale Mobilität und fördert die technologische Innovation. Unser Konzern investiert hohe Summen in saubere und leisere Technologien.“

Erst im September letzten Jahres hatte der Konzern mit Flugzeugbestellungen im Wert von 22 Milliarden Euro und einer Beschäftigungswirkung von über 20.000 Arbeitsplätzen in Deutschland und Europa eine der größten Investitionen in der Wirtschaftsgeschichte Deutschlands getätigt. Insgesamt hat die Lufthansa Group 261 neue lärm- und treibstoff-effiziente Flugzeuge bestellt, die zwischen 2014 und 2025 ausgeliefert werden. (LH)



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