26. November 2014, Nordrhein-Westfalen

„Erleb­nis­raum Römer­straße“ – neue Wege in die römis­che Ver­gan­gen­heit

Ein weit verzweigtes und gut aus­ge­bautes Straßen­netz war eine der wichtig­sten Grund­la­gen für den Zusam­men­halt des römis­chen Imperi­ums. Das Pro­jekt „Erleb­nis­raum Römer­straße“, das der Land­schaftsver­band Rhein­land jetzt vorgestellt hat, erschließt ab sofort neue Wege in die römis­che Ver­gan­gen­heit einer Region, die als Prov­inz Niederg­er­manien rund 500 Jahre lang von Rom geprägt wor­den ist. Kern des Pro­jekts ist eine 170 Kilo­me­ter lange Rad– und Wan­der­route, die den Ver­lauf von zwei antiken Fern­straßen mit mod­er­nen Mit­teln sicht­bar macht– das hat es nördlich der Alpen noch nicht gegeben. Dabei geht es nicht darum, zwei ehe­mals bedeu­tende Staatsstraßen darzustellen. Vielmehr sollen die Natur-, Sied­lungs– und Wirtschaft­sräume, die sie durch­queren und erschließen, als Erleb­nis­raum ver­mit­telt werden.

Die bei­den Rad– und Wan­der­routen ent­lang der antiken Agrip­pas­traße, die von Köln nach Mar­seille führte, und der „Via Bel­gica“, die Köln mit Boulogne-sur-Mer am Ärmelka­nal ver­band, laden ein zu einem Aus­flug in die Geschichte – von der Römerzeit über das Mit­te­lal­ter bis in die jüng­ste Ver­gan­gen­heit. Wer sich in NRW auf die gut markierten Strecken zwis­chen Köln und Dahlem oder zwis­chen Köln und Her­zo­gen­rath beg­ibt, erhält unter­wegs Infor­ma­tio­nen zu den antiken Straßen, archäol­o­gis­chen Denkmälern am Weges­rand und Sehenswürdigkeiten der Umgebung.
Reste einer römis­chen Siedlung

An bes­timmten Ein­stiegspunk­ten erhal­ten Besucher ein­führende Infor­ma­tio­nen zum Erleb­nis­raum Römer­straße; zudem geben ins­ge­samt fünf Infozen­tren in Köln, Net­ter­sheim, Blanken­heim, Jülich und Her­zo­gen­rath ver­tiefende Infos zu ver­schiede­nen Schw­er­punk­ten. So ste­hen im frisch ren­ovierten Gilde­haus in Blanken­heim die The­men Land­wirtschaft und Landleben im Zen­trum. Im Archäol­o­gis­chen Land­schaftspark in Net­ter­sheim finden sich ein Matro­nen­heilig­tum, Überreste einer römis­chen Sied­lung und eines spä­tan­tiken Kleinkastells.

Zu bei­den römis­chen Fern­straßen hat der J.P. Bachem-Verlag Freizeit­führer her­aus­gegeben, die den Erleb­nis­raum Römer­straße mit durchgängi­gen Streck­enbeschrei­bun­gen, vie­len Exkursen und Zeit­fen­stern sowie zahlre­ichen Service-Informationen erschließen.

Mit 19 Beteiligten, 18 Anrain­erkom­munen und dem Land­schaftsver­band Rhein­land mit seinem Amt für Boden­denkmalpflege, war „Erleb­nis­raum Römer­straße“ das größte Pro­jekt der Regionale 2010. Ins­ge­samt kosteten die Maß­nah­men ein­schließlich ver­schiedener archäol­o­gis­cher Unter­suchun­gen und der großen Teil­pro­jekte in Net­ter­sheim und Blanken­heim 7,6 Mil­lio­nen Euro. Daran beteiligten sich die Europäis­che Union mit 50 und das Städte­bau­min­is­terium NRW mit 30 Prozent. (nrw-tn)



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