28. April 2017, Air Berlin

airberlin: Geschäftsjahr 2016 mit tiefroten Zahlen

airberlin hat im Geschäftsjahr 2016 bei einem Umsatz von 3,79 Milliarden Euro (Vorjahr 4,08 Milliarden Euro) einen Verlust von 781,9 Millionen Euro (Vorjahr: -446,6 Millionen Euro) erwirtschaft. Das gab das Unternehmen bei der Vorstellung des Finanzergenisses für das Geschäftsjahr 2016 bekannt. Nach Angaben der Fluggesellschaft stehen das Geschäftsjahr 2016 und das erste Quartal 2017 ganz im Zeichen der Umstellung auf das neue Geschäftsmodell. Strukturelle Probleme des alten Geschäftsmodells sowie hohe Restrukturierungskosten prägen die Berichtszeiträume. Die Höhe der Restrukturierungskost für das Geschäftsjahr 2016 gibt das Unternehmen mit 334,8 Millionen Euro an.

airberlin CEO Thomas Winkelmann: „Die unscharfe Marktposition, das stark saisonabhängige Streckennetz sowie die hohen operativen Kosten der alten airberlin haben zu diesen hochgradig unbefriedigenden Finanzergebnissen geführt. Im Herbst 2016 wurde die strategische Kehrtwende der Airline eingeleitet, ein wichtiger Schritt zum Umbau der airberlin. Ich bin angetreten, um aus dem defizitären Hybrid-Carrier eine fokussierte, kosteneffiziente Netzwerk-Airline zu gestalten. Das heißt auch, über die bestehende Strategie hinaus neue Möglichkeiten auszuloten.“

airberlin CFO Dimitri Courtelis: „Das erste Halbjahr 2017 wird wie 2016 durch die strukturellen Probleme der alten airberlin und den hohen Aufwand für den Umbau der Airline geprägt sein. Es ist normal, dass man bei einem Umbau dieser Größenordnung erst durch ein Tal schreitet, bevor die Verbesserungen spürbar werden.“

Der Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2016 ist vor allem auf die Kapazitätsreduzierung in Höhe von vier Prozent sowie den Rückgang der Erlöse pro Passagier (Yield) um 3,8 Prozent zurückzuführen. Die Terrorgefahr im östlichen Mittelmeerraum führte zu Überkapazitäten und einem damit verbundenen Preisverfall in der Touristik. Diese Faktoren beeinflussten in 2016 das Geschäftsergebnis negativ. Entgegen dieser Entwicklung konnte airberlin durch die Erweiterung ihres Langstreckenangebotes Auslastungsrückgänge aus dem defizitären saisonabhängigen Tourismusgeschäft kompensieren. Durch die Einführung von Buy-on-Board, den XL-Seats sowie der European Business Class hat airberlin darüber hinaus die Zusatzerlöse an Bord um 20 Prozent in 2016 erhöht.

Infolge der notwendigen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 334,8 Millionen Euro für den Übergang in die neue airberlin verschlechterte sich das EBIT auf -667,1 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr. Die Rückstellungen wurden vor allem für die Flottenharmonisierung auf Airbus sowie für Personal und Consulting-Dienstleistungen getätigt.

Auch im ersten Quartal 2017 setzt sich die schlechte Entwicklung dei airberlin fort. Bei einem Umsatz von knapp 650 Millionn Euro (Vj. 737 Mio. Euro) beläuft sich das Nettoergebnis auf -293 Mio. Euro (Vj. -182 Mio. Euro). Auch der Sitzladefaktor ging in dene rsten drei Monaten des Jahres von 83,4 Prozent auf 80,6 Prozent deutlich zurück. Die Fluggesellschaft begündet die weiterhin schwache Entwicklung mit weiteren negativen Struktureffekten der alten airberlin und externen Faktoren wie der Streik der Bodendienstleister am Flughafen Berlin-Tegel sowie die operativen Einschränkungen durch den neuen Bodendienstleister, die zu Flugstreichungen und Kapazitätsreduzierungen führten.

Für die nächsten Monate sieht sich die Airline jedoch besser aufgestellt:

Winkelmann: „Wir haben 2017 jede Menge Arbeit vor uns. Aufgrund der infrastrukturellen Grenzen in Berlin werden wir beim weiteren Ausbau unserer Langstrecke zunächst einen stärkeren Fokus auf Düsseldorf legen. Der Umbau der airberlin läuft. Wir werden uns nun in aller Konsequenz den nächsten Schritte für die Neuaufstellung der airberlin widmen.“

Die strategische Kehrtwende für die neue airberlin wurde Ende 2016 eingeleitet. Seitdem hat die Airline drei wesentliche Fortschritte erzielt:

– Die neue airberlin konzentriert ihr Streckennetz auf Flüge innerhalb Deutschlands, zu europäischen Städtezielen und mehr Langstreckenverbindungen. Sie bietet ab Mai 2017 noch mehr Verbindungen in die USA an. Ferner hat airberlin ihr Netzwerk auf die neue Flottenzielgröße von 75 Flugzeugen angepasst und ihr Streckennetz bereits von 387 auf unter 100 Strecken gestrafft. Die Flottenharmonisierung auf Airbus wurde abgeschlossen.

– Das Wet-Lease-Abkommen mit der Lufthansa Group über 38 Flugzeuge entwickelt sich erfolgreich. Wie geplant, wurden bereits 35 von 38 Flugzeugen erfolgreich transferiert.

– Die Trennung vom saisonabhängigen Warmwasser-Touristik-Geschäft ist angelaufen. In einem ersten Schritt wurden mit Beginn des Sommerflugplans 2017 35 Ferienflieger zu NIKI transferiert. Der zweite Schritt steht nun mit der formellen Genehmigung des Joint Ventures zwischen Etihad, NIKI und TUI aus. (airberlin/RNO)



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