Kultur und Sehenswürdigkeiten in der Franche-Comté

Vom Militärarchitekten des Sonnenkönigs bis zu berühmten Architekten des 20. Jahrhunderts hat die Franche-Comté Künstler zu besonderen Bauwerken inspiriert. Viele Sehenswürdigkeiten und historische Städte locken historisch und kulturell Interessierte in die Region.

Oberhalb von Besançon erhebt sich das beliebteste Touristenziel der Region. Der „Sonnenkönig“ Ludwig der XIV. ließ hier von seinem Festungsarchitekten Vauban eine gigantische Zitadelle erbauen, als Bollwerk gegen Druck von innen und außen. Die elf Hektar große Anlage würde mühelos 10 000 Einwohnern Platz bieten und soll so teuer gewesen sein, dass Ludwig seinen Baumeister gefragt haben soll, ob die Mauern aus Gold seien. Heute genießen Besucher den herrlichen Blick über die mittelalterliche Stadt und informieren sich in vielen Ausstellungen über die Geschichte der Region und ihrer Bewohner.

Ein monumentaler Löwe bewacht die Stadt Belfort: Der Erbauer der New Yorker Freiheitsstatue Bartholdi hat das 22 Meter lange Tier auf einem Felsen über der Stadt aus dem Sandstein der Vogesen erschaffen. Das Denkmal erinnert an die Tapferkeit der Bürger im Deutsch-Französischen Krieg. Weiterer Höhepunkt der „Stadt des Löwen“ ist eine gut erhaltene Barockfestung des Militärarchitekten Vauban.

Im 11. Jahrhundert erbaut, ist das Schloss von Joux standhafter Zeuge einer wechselvollen europäischen Geschichte. Am Eingang der Pontarlier-Schlucht nahe der schweizerischen Grenze residiert die Festung unübersehbar oberhalb eines natürlichen Engpasses. Zahlreiche Gefangene saßen hier eine harte Strafe ab, darunter der Graf von Mirabeau – Vorkämpfer der französischen Revolution –, der Dichter Heinrich von Kleist sowie Toussain Louverture, erster schwarzer General der französischen Armee. Die Festung ist heute eine Etappe auf der Straße zum Gedenken an die Abschaffung der Sklaverei.

Nichts weniger als die ideale Stadt sollte bei der Saline von Arc-et-Senans entstehen. Im 18. Jahrhundert hat der Visionär und Utopist Claude-Nicolas Ledoux hier die elf Wohngebäude der Salinenarbeiter halbkreisförmig um das imposante Domizil des Direktors angeordnet. Die einzigartige Anlage steht heute auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Ständige Ausstellungen und Veranstaltungen locken jährlich 120 000 Besucher an.

Liebhaber moderner Architektur zieht es in den kleinen Ort Ronchamp, 20 Kilometer von Belfort. Oberhalb der Stadt hat der Architekt Le Corbusier in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Kapelle erschaffen, die durch eine zugleich geschlossene und offene Form den Blick in die vier Himmelsrichtungen leitet.

Ein typisches Merkmal der Franche-Comté sind die mit der „kaiserlichen Kuppel“ bekrönten Glockentürme. In den Tälern sind die insgesamt ungefähr 700 Türme der Region mit farbenfrohen Ziegeln in immer unterschiedlichen Mustern gedeckt. In den Bergregionen wurden sie mit robusteren Metall- oder Holzschindeln versehen, die den langen Wintern standhalten. Immer jedoch sind die Türme, von denen keiner dem anderen wirklich gleicht, der Stolz aller Bewohner eines Ortes.

Durchblick erhalten Besucher im Jura-Ort Morez: In der Hauptstadt von Frankreichs Brillenindustrie wurde im Jahr 2003 das Viseum eröffnet. Seitdem können sich Besucher hier in die 200-jährige Geschichte der Brillenherstellung einsehen. Denn für Einheimische ist sonnenklar: Hyacinthe Cazeaux, ein „Kind der Region“, hat die Sehhilfe einst erfunden.

Am Puls der Zeit fühlen sich Besucher in gleich mehreren Uhrenmuseen der Region. Unter schweizerischem Einfluss haben sich die Bewohner der Franche-Comté seit fast drei Jahrhunderten bestes Know-how in der Uhrenherstellung erarbeitet. Neben diesen Beispielen bieten auch die unterschiedlichen Themenrouten eine gute Gelegenheit, die Franche-Comté kennen zu lernen.

Auskünfte über die Franche-Comté sind auf Deutsch beim Regionalen Fremdenverkehrsamt unter der kostenfreien Hotline: 00800 2006 2010 und im Internet unter www.franche-comte.org erhältlich.